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Der Standpunkt der Kunst
eines Volkes ist immer
der Standpunkt
seiner Menschlichkeit.

Adalbert Stifter

Veranstaltungen

Premiere auf dem YouTube-Kanal des ASV 

Freitag, 4. Dezember 2020

20.00 Uhr

Böhmischer Advent

Kammermusik-Konzert

Die Veranstaltung kann leider nicht mit Publikum stattfinden

Mit Carina Kaltenbach-Schonhardt (Violine) und Tomáš Spurný (Klavier)

Sie hören:

Johann Baptist Wanhall/Jan Křtitel Vaňhal (1739–1813): Sonate d-moll

Joseph Wolfram (1789–1839): Sonate A-dur

Wenzel Heinrich Veit/Václav Jindřich Veit (1806–1864): Romanze Les Adieux

Antonín Dvořák (1841–1904): Sonatine G-dur

Peter Cornelius (1824–1874): Die Könige und Christkind aus den Weihnachtsliedern

Břetislav Bakala (1897–1958): Vánoční ukolébavka/Wiegenlied zur Weihnachtszeit und Ave Maria 

 

Carina Kaltenbach-Schonhardt wurde in Freiburg geboren. Nach dem Violinstudium, das sie mit dem Konzertexamen abschloss, ergänzte sie ihre Ausbildung in Wien bei Yair Kless und Rainer Küchl. Durch die Teilnahme an Meisterkursen für Neue und Alte Musik u.a. bei der Ensemble-Akademie des Freiburger Barockorchesters, entdeckte sie ihre Begeisterung für die Barockvioline und den Klang der Darmsaiten. Sie konzertiert in verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen und unterrichtet als freischaffende Musikerin in Waldkirch.

Tomáš Spurný wurde im südböhmischen Strakonice geboren und studierte Klavier am Prager Konservatorium und Musikwissenschaften an der Karlsuniversität in Prag. Nach seiner Spezialisierung auf das Fach Alte Musik an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen und einem Kirchenmusikstudium wirkte er als Korrepetitor bei musikalischen Meisterkursen mit und trat bei Festivals und Konzerten im In- und Ausland auf. Er lebt freischaffend in Denzlingen bei Freiburg.

Seit 2016 arbeiten Carina Kaltenbach-Schonhardt und Tomáš Spurný als Kammermusikduo zusammen.

Moderation: Anna Knechtel

Hier finden Sie den Einladungsflyer

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Livestream auf unserem Youtube-Kanal

Donnerstag, 10. Dezember 2020

19.00 Uhr

Jiddisch hören, jüdisch sprechen

Wissenschaftlicher Vortrag über Spracherwerbs- und Spracherinnerungsstrategien bei Franz Kafka und Max Brod

Als Franz Kafka im Herbst 1911 das erste einer Reihe ostjiddischer Schauspiele einer in Prag gastierenden Theatergruppe aus Lemberg besuchte, glaubte er erstmals Juden zu begegnen, die ihre ,eigene Sprache‘ verwendeten. Veranlasst durch dieses emotionale Erlebnis, versuchte der deutsch-assimilierte ,Westjude‘ Kafka, sich das Jiddische als fehlenden Baustein seiner jüdischen Sprachbiographie anzueignen. Dies glaubte er aufgrund seiner jüdischen Herkunft in einem dem kindlichen Erstspracherwerb nachgeahmten Lernprozess erreichen zu können – eine Theorie, die er in seinem „Einleitungsvortrag über Jargon“ (1912) niederlegte.

Der Vortrag rekonstruiert Kafkas Spracherwerbsstrategie, bei der Deutsch, Jiddisch und Hebräisch in markanter Wechselwirkung standen, und versucht, das Ausmaß und die Grenzen seines Lernerfolges zu bestimmen. Zugleich wird ein Blick auf die Konsequenzen geworfen, die Max Brod aus dem jüdischen Erweckungserlebnis seines Freundes zog, als er dieses in seinem Roman „Arnold Beer“ (1912) literarisch verarbeitete. Dem Jiddischen wies Brod hierbei die Funktion zu, den westjüdischen Leser zum einen affektiv zu berühren und auf die eigenen kulturellen Wurzeln zurückzuverweisen, zum anderen aber zum Lernen der aus zionistischer Sicht zukunftsweisenden jüdischen Sprache, des Neuhebräischen, zu animieren.

Boris Blahak ist seit 2015 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Germanistik und Slawistik der Westböhmischen Universität Pilsen tätig, wo er die Arbeit des Zentrums für Interregionalforschung koordiniert. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Soziolinguistik des Deutschen in multilingualen Kontexten, Prager deutsche Literatur, deutsch-slawisch-jüdische Sprach- und Kulturkontakte sowie Erinnerungsorte und -diskurse. Er ist Mitherausgeber der Schriftenreihe „Forschungen zur deutschen Sprache in Mittel-, Ost- und Südosteuropa“ (Regensburg). 2015 erschien seine Dissertationsschrift Franz Kafkas Literatursprache. Deutsch im Kontext des Prager Multilingualismus (Böhlau).

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Nach Wiedereröffnung des Isergebirgs-Museums

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Petra Flath: Porträts aus Böhmen und Mähren

Die Ausstellung ist momentan nicht zugänglich

Isergebirgs-Museum, Bürgerplatz 1 (Gablonzer Haus), Kaufbeuren-Neugablonz

Die Ausstellung zeigt großflächige Schwarz-Weiß- Porträts von Persönlichkeiten aus Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien, die sich im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit oder ihres privaten Engagements im deutsch-tschechischen Bereich für Verständigung eingesetzt haben, aufgenommen von der Münchner Fotografin Petra Flath.

Im Rahmen der feierlichen Wiedereröffnung des renovierten Isergebirgs-Museums

Öffnungszeiten nach Inbetriebnahme des Museums: Mittwoch bis Sonntag von 14 – 17 Uhr 

Dauer der Ausstellung: verlängert bis 20. Juni 2021

In Kooperation mit dem Isergebirgs-Museum Neugablonz

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Aktuelles

Online-Angebote

Digitale Buchvorstellung mit Bildvortrag, Lesung und Konzert

Der literarische Reiseführer Böhmisches Bäderdreieck mit Autorin Roswitha Schieb, Pianistin Eva Hermann, Geiger Markus Koppe und Schauspieler Thomas Birnstiel ist ab dem 23. September auf YouTube zu sehen.

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Böhmerwaldseminar 2020 digital

Das Böhmerwaldseminar vom 19.-20.9.2020 musst bedingt durch die Corona-Pandemie abgesagt werden. Einige der vorgesehenen Vorträge zum Schwerpunktthema 75 Jahre Kriegsende und Vertreibung finden Sie nun auf unserem You-Tube-Kanal.

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Podiumsdiskussion Sehnsucht nach der k.uk.-Zeit online

Die spannende Podiumsdiskussion mit Martin Haidinger (Wien), Jana Osterkamp (München), Steffen Höhne (Weimar), Bernard Gaida (Guttentag/Polen), moderiert am 21. Juli 2020 durch Maren Röger (Augsburg) finden Sie nun auf unserem YouTube-Kanal.

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Texte zum Kriegsende online zugänglich

75 Jahre nach Ende Zweiten Weltkriegs stellen wir Zeitzeugenberichte zu den Ereignissen in den böhmischen Ländern online.

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Verblichen, aber nicht verschwunden

Foto- und Textausstellung des Kulturreferenten für die böhmischen Länder nach einer Exkursion auf den Spuren der deutschsprachigen Bevölkerung im Böhmerwald.

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Publikationen

Neue Ausgabe Sudetenland

3-4|2020

Im aktuellen Sudetenland-Heft erinnern sich Weggefährten und Freunde an die deutsch-tschechische Schriftstellerin Libuše Moníková; Alfrun Kliems diskutiert die Zuordnung ihres Werks zur „Migrantenliteratur“. Vor 400 Jahren kam es am Weißen Berg zur ersten großen Schlacht im Dreißigjährigen Krieg; in der Folge wurde Böhmen zentralistisch von Wien aus regiert. Steffen Höhne untersucht Spuren der Schlacht in der tschechischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Böhmische Spuren finden sich in München auch an unvermuteter Stelle, in der Bayerischen Staatsbibliothek ebenso wie in der Neuhausener Winthirkirche. Den München-Roman „Eva“ der Prager Schriftstellerin Hermine Hanel hat Jozo Džambo wiedergelesen.

 

Editorial

Ursula Haas: Literarische Fenster

 

Feuilleton

Adalbert J. Gail: Vorfrühling in Prag

 

Porträt: Libuše Moníková

Alfrun Kliems: „Migrationsliteratur“?

Josef Moník: Die Künstler

Magdalena Hennerová: Vier Menschen

Helga G. Braunbeck: „Ich mag Bilder“

Eda Kriseová: Letzte Briefe

 

Thema: Die Schlacht am Weißen Berg

Alexandra Dunkel: Was vom Mittag übrig blieb

Bernd Rill: Absolutismus versus Ständestaat

Steffen Höhne: Kein Leben in Wahrheit

 

Im Gespräch

Renata SakoHoess: Mittlerin zwischen vielen Völkern. Gespräch mit Hélène Leclerc

 

Böhmische Spuren in München

Jozo Džambo: München/Mnichov – (k)ein böhmisches Dorf

Emil Pirchan: Musisches München

Jaroslav Dresler: Unser Kleinstädtchen

Kurt Heißig: Der selige Winthir von Neuhausen

 

Geschichte im Spiegel

Eva Vybíralová: Durch Fürsprache von Erzbischof Josef Beran

 

Orte der Vermittlung

Petr Brod: Zentrum meiner intellektuellen Welt. Die Bayerische Staatsbibliothek in München

 

Prosa

Dora Kaprálová: Apokalypse

 

Wiedergelesen

Jozo Džambo: Eine Pragerin in München. Hermine Hanels Roman „Eva“

 

Forum der Übersetzer

Isabel Fargo Cole: Kristallisationsprozesse. Aspekte der englischen Übertragung von „Bergkristall“

 

Kunst und Kontext

Hansjürgen Gartner: Die Heimat der Linie ist die Fläche. Roland Dörfler

 

Wirtshäuser Europas

Wolfgang Sréter: Auf nach Mexiko!

 

Lyrik

Emil Juliš: Zone (Er schaut mit dem einzigen saturnischen Auge; Ziegel reiben sie an Ziegel)

 

Würdigungen

Franz Adam: Maestro für alle. Zum 100. Geburts- und 25. Todestag von Václav Neumann

Eduard Schreiber (Radonitzer): Umřel nám pan Menzel

Franziska Mayer: Tschechisch-deutsche Auszeichnung. Die Preisträger des Otokar-Fischer-Preises stehen fest

 

Rückblick

Peter Becher: Kulturgeschichtliche Ereignisse

 

Rezensionen

 

Jahresverzeichnis: 62. Jahrgang 2020


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