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Veranstaltungsdetails

Mittwoch, 28. Juni 2017

19.00 Uhr

Vladimír Holan - Poesie und Musik

Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München

 

Der Prager Dichter Vladimír Holan (1905-1980) hat bei den Tschechen den Status eines Kultautors. Noch heute findet man seine Gedichte als Graffiti auf den Mauern von Prag. 1969 wurde Holan zum Literatur-Nobelpreis nominiert. Jaroslav Seifert nannte ihn „den Größten unter uns“, Václav Havel einen „großen poetischen Zauberer“. Die F.A.Z. urteilte: „Kein anderer Lyriker ... hat so musikalische Gedichte geschrieben wie Vladimír Holan.“ Holan ließ sich denn auch gern durch Musik inspirieren, seine Lieblingskomponisten waren Mozart und Janáček. Mozarts „Adagio h-moll“ hat ihn sogar unmittelbar zu einer lyrischen Phantasie angeregt, die als Melodram aufgeführt wird.

Die Prager Übersetzerin Věra Koubová und der Mitherausgeber und Mitübersetzer von Holans Gesammelten Werken Urs Heftrich lesen Werke aus vier Schaffensphasen Holans. Begleiten wird sie der international konzertierende Pianist Gilead Mishory mit Werken von Holans Lieblingskomponisten Mozart und Janáček. 

Der Slavist und Übersetzer Urs Heftrich, geb. 1961 in Freiburg, lehrt seit 2001 Slavische Literaturwissenschaft an der Universität Heidelberg. Übersetzer von über 40 tschechischen und russischen Lyrikern ins Deutsche; Mitherausgeber der Anthologie „Höhlen tief im Wörterbuch. Tschechische Lyrik der letzten Jahrzehnte“ (2006). Zusammen mit Michael Špirit Herausgeber der im Universitätsverlag Winter in Heidelberg erscheinenden, auf 14 Bände angelegten Gesammelten Werke von Vladimír Holan. 2012 erschienen in dieser Edition Holans „Mozartiana“ erstmals vollständig in seiner deutschen Übertragung. Von transstar-europa wurde er zum Übersetzer des Monats Oktober 2014 gekürt; für seine Übertragung von Josef Čapeks Gedichten aus dem KZ erhielt er 2016 die Karel Čapek Medaille.

 

Die Übersetzerin Věra Koubová, geb. 1953 in Klobouky bei Brünn, lebt derzeit in Prag. Sie studierte Übersetzung an der Karlsuniversität. Nachdem sie fünf Jahre als Dolmetscherin tätig war, widmet sie sich der Literaturübersetzung von Werken deutschsprachiger Philosophie und Dichtung, namentlich von Friedrich Nietzsche, Franz Kafka, Franz Wurm, Richard Pietraß, Peter Handke. Für ihre literarischen Übersetzungen erhielt sie 2005 den Jungmann-Preis, 2013 den Preis Magnesia litera. 2015 übertrug sie für Vladimír Holans Gesammelte Werke seine späte Sammlung „Dem Asklepios einen Hahn“ ins Deutsche. Für den Rundfunk sowie live bereitet sie musikalische Lesungen vor. Zugleich ist sie auch photographisch tätig, nachdem sie in den 80er Jahren die vierjährige Prager Photoschule absolvierte.

 

Der Pianist und Komponist Gilead Mishory, geb. 1960 in Jerusalem, lebt seit 1984 in Deutschland und ist seit 2000 Professor für Klavier an der Musikhochschule Freiburg. Mishory nahm als erster das gesamte Klavierwerk und die Kammermusik mit Klavier von Leoš Janáček auf. Die Kritik bezeichnete ihn als „Klangzauberer“ und als „technisch perfekten Poeten des Klaviers“, über seine Janáček-Interpretation urteilte die Presse: „derart echten Esprit spürte man zuletzt vielleicht noch bei Arthur Rubinstein“. Mishory vertonte u.a. Texte von Sutzkever, Lasker-Schüler, Celan, Chagall, Gogol und König David. 2012 erschien bei Neos die CD „Psalm – Fugitive Pieces – Psalm“ mit seinen eigenen Kompositionen. Dasselbe Label brachte 2014 seine Einspielung von Debussys Préludes heraus. 

Foto: Věra Koubová
Foto: privat
Foto: Věra Koubová

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