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Veranstaltungsarchiv2016

Montag, 12. Dezember 2016

19.30 Uhr

Kunstpreis zur deutsch-tschechischen Verständigung 2016

Zum 20. Mal werden Personen ausgezeichnet, die sich für Verständigung und Austausch zwischen (Sudeten-)Deutschen und Tschechen einsetzen

Historischer Saal des Rathauses, Luitpoldplatz 25, Sulzbach-Rosenberg

Preisträger

Daniel Herman, Kulturminister der Tschechischen Republik (Prag), und Bernd Posselt, Politiker, MdEP a.D. und Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft (München), erhalten den diesjährigen Kunstpreis zur deutsch-tschechischen Verständigung.

Daniel Herman, Kulturminister der Tschechischen Republik, geboren 1963 in Budweis/České Budějovice. Studium an der theologischen Fakultät in Leitmeritz/Litoměřice. Priesterweihe 1989. 1996 bis 2005 Sprecher der Tschechischen Bischofskonferenz, 2007 Laisierung, 2010 bis 2013 Direktor des Instituts zur Erforschung totalitärer Regime „Ústr“. Vorsitzender der SdruženíAckermann-Gemeinde, Prag, Mitglied der christdemokratischen Volkspartei (KDU-ČSL), seit Oktober 2013 Mitglied des Abgeordnetenhauses, seit Januar 2014 Kulturminister.

Bernd Posselt, Sprecher der sudetendeutschen Volksgruppe, geboren 1956 in Pforzheim, Redakteur bei den Badischen Neuesten Nachrichten, 1978-1994 Pressesprecher von Otto von Habsburg, 1975 Gründer der Paneuropa-Jugend, seit 1998 Präsident der Paneuropa-Union Deutschland und Mitglied des Beirats des deutsch-tschechischen Gesprächsforums, seit 2008 Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe. Mitglied des Europäischen Parlaments für die CSU 1994-2014.

Preisstifter

Věra Krumphanzlová, Prag

Peter Kuschel, Etzelwang

Günter Wendler, Edelsfeld

Hans Wuttig, Sulzbach-Rosenberg

Ehrenpreise

Die beiden Ehrenpreise gehen an den Schriftsteller Radek Fridrich (Tetschen/Děčín) und Alice Scholze, Leiterin der deutsch-tschechischen Familienvereinigung „Mateřídouška“ (Berlin).

Radek Fridrich, Schriftsteller, Künstler und Übersetzer, geboren 1968 in Tetschen/Děčín, Studium der Bohemistik und Germanistik in Aussig/Ústí nad Labem. Fachschuldozent. Dokumentation zerstörter deutscher Friedhöfe und Übersetzung deutscher Sagen aus seinem Heimatgebiet. Organisator des Literarischen „Zarafest“, 2012 Magnesia Litera Preis Tschechiens für den Gedichtband „Krooa krooa“.

Alice Scholze, geboren 1964 in Warnsdorf, 1981 Aussiedlung in die Bundesrepublik, Fachabitur an der FOS Traunstein, Innenarchitekturstudium an der FH Rosenheim, seit 1989 in Berlin. Tätigkeit im Baubereich und als Dolmetscherin. 2004 Gründung eines deutsch-tschechischen Netzwerkes für Familien mit Kindern, 2012 Gründerin der deutsch-tschechischen Schule Mateřídouška Berlin e.V.

Programm

Begrüßung durch Michael Göth, erster Bürgermeister der Stadt Sulzbach-Rosenberg

Grußwort von Milan Čoupek, Generalkonsul der Tschechischen Republik (München)

Laudatio auf Minister Daniel Herman von Staatsminister Ludwig Spaenle (München)

Verlesung und Übergabe der Urkunde durch Peter Baumann (Brücke-Most-Stiftung, Dresden) im Namen der Mitveranstalter und Übergabe des Kunstpreises durch den deutschen Künstler Hans Wuttig (Sulzbach-Rosenberg)

Laudatio auf Dr. h.c. Bernd Posselt MdEP a.D. von Milan Horáček, MdEP a.D.

Verlesung und Übergabe der Urkunde durch David Stecher (Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren) im Namen der Mitveranstalter und Übergabe des Kunstpreises durch die tschechische Künstlerin Vera Krumphanzlová

Verlesung und Übergabe der Urkunde für den Ehrenpreis an Radek Fridrich durch Peter Becher (Adalbert Stifter Verein, München) und Übergabe des Kunstpreises durch den deutschen Künstler Peter Kuschel

Verlesung und Übergabe der Urkunde für den Ehrenpreis an Alice Scholze durch Zuzana Richter (pro arte vivendi, Berlin) und Übergabe des Kunstpreises durch den deutschen Künstler Günter Wendler

Dankesrede von Daniel Herman

Dankesrede von Bernd Posselt

Dankesworte von Radek Fridrich

Dankesworte von Alice Scholze

Empfang durch die Stadt Sulzbach-Rosenberg

Eine gemeinsame Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins (München), der Brücke-Most-Stiftung (Dresden), des Collegium Bohemicum (Aussig/Ústí nad Labem), des Prager Literaturhauses deutschsprachiger Autoren und des Internationalen Kulturvereins pro arte vivendi (Berlin).

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Mittwoch, 7. Dezember 2016

19.00 Uhr

Zeichen der Menschlichkeit 1938-1945

Berichte, Notizen und belletristische Texte von Beispielen der Mitmenschlichkeit in schweren Zeiten von Přemysl Pitter, Emilie Schindler u.a.

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München

Was in den letzten Wochen und Monaten vor Kriegsende im Sudetengau und im Protektorat Böhmen und Mähren Menschen angetan wurde, führt selbst in der bloßen Aufzählung zu großem Entsetzen. Als im Mai 1945 die Friedensglocken läuteten, hofften viele, dass die Verfolgungen und Morde ein Ende nehmen würden. Doch auch die Nachkriegsmonate in der Tschechoslowakei waren voller Schrecken.

In all den Jahren gab es jedoch auch Menschen, Sudetendeutsche wie Tschechen, die den Mut hatten, sich gegen die jeweils vorherrschende Stimmung der Unterdrückung und Verfolgung zu stellen. Manche der Helfer waren unscheinbare Nachbarn, andere trugen die Uniform des Regimes, wieder andere reagierten aus dem Widerstand heraus. Sie alle gaben in bestimmten Augenblicken ein Zeichen der Menschlichkeit.

Von diesen Zeichen handelt die dritte Lesung der Trilogie mit Berichten, Erinnerungen und belletristischen Texten über die dunkelsten Jahre der böhmischen Geschichte im 20. Jahrhundert.

Es lesen: Peter Becher, Anna Knechtel und Wolfgang Schwarz.

Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Zentrum München

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Mittwoch, 30. November 2016

19.00 Uhr

Die Brünner Sudeten

Vortrag von Kateřina Tučková in der Reihe „Mein Weg zu unseren Deutschen“

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München

Kateřina Tučková über ihren Vortrag: „2002 bin ich in Brünn in ein Viertel gezogen, das bis heute alle Bürger der Stadt meiden. Ich wusste nichts über den Kontext des Ortes – und so war ich tief betroffen davon, dass von dort die deutschen Brünner vertrieben worden waren, dass sich dort ständig die Bevölkerung veränderte und dass dieses zentrumsnahe Viertel bis heute eine Art Bronx darstellt.  Während meiner Nachforschungen stieß ich auf die Geschichte einer jungen Mutter mit einem halbjährigen Kind, deren Schicksal mich besonders einnahm. Ständig stellte ich mir die Frage: Wie konnte eine Frau einer deutsch-tschechischen Familie, im gleichen Alter wie ich heute, ein so schlimmes Schicksal nach dem Ende eines Krieges erleiden, für den sie nichts konnte? Keiner antwortete mir, und so verarbeitete ich alles in meinem ersten Roman….“

Kateřina Tučková (*1980) ist Schriftstellerin, Kuratorin und Programmdirektorin des Festivals Meeting Brno. Ihr erster Roman „Vyhnání Gerty Schnirch“ („Die Vertreibung der Gerta Schnirch“), für das sie 2010 den Preis Magnesia Litera erhielt, thematisiert das Schicksal eines jungen Mädchens während des Brünner Todesmarsches im Mai 1945. Das breite Leserecho trug dazu bei, dass die Stadt Brünn 2015 eine Erklärung über die Versöhnung für die gemeinsame Zukunft verabschiedete, in der sie sich offiziell für die Tragödie der Nachkriegsvertreibung entschuldigte.

Von ihren Werken erschien auf deutsch Žítkovské bohyně („Der Vermächtnis der Göttinen“, DVA München, 2015), das sich mit dem dramatischen Schicksal der bekannten Heilerinnen aus den Weißen Karpaten beschäftigt. Dafür erhielt sie den Josefa Škvorecký-Preis und den Preis Český bestseller. Ihre letzte Novelle Fabrika - příběh baronů z Moravského Manchesteru („Die Fabrik – Geschichte der Barone aus dem Mährischen Manchester“) beschäftigt sich mit der Geschichte der Textilindustrie in Mähren, die stark von Spezialisten aus dem nördlichen Rheinland beeinflusst wurde. Ihre Bücher wurden in 15 Sprachen übersetzt und in mehreren Theaterstücken verarbeitet. Auch entsprechende Verfilmungen sind in Vorbereitung.

Hier finden Sie weitere Informationen zum herunterladen

Eintritt frei

Eine Veranstaltung des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein in Kooperation mit dem Tschechischen Zentrum München

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Donnerstag, 24. November 2016

19.30 Uhr

Theatervorstellung „Dechovka“ (Blasmusik)

Mit dem Prager Ensemble Vosto5

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München

Das von dem Prager Theaterensemble Vosto5 dargebotene Stück „Dechovka“ (Blasmusik) existiert seit 2013 und wurde in diesem Jahr im Rahmen des renommierten Prager Theaterfestivals der deutschen Sprache uraufgeführt. Anschließend regelmäßig in der Prager Gaststätte Baráčnická rychta aufgeführt, ist es ebenso regelmäßig ausverkauft. Im November 2015 gab es die Deutschland-Premiere in Bremen während des Literaturfestivals Globale.

Die Vorstellung findet in tschechischer Sprache mit deutscher Übertitelung (Einblendung über der Bühne) statt.

Inhalt der Vorstellung:

Die Geschichte der kleinen mährischen Stadt Dobrenz (Dobronín) bei Iglau (Jihlava), wo die Zeit stehen geblieben scheint. Es ist 1923 passiert. Es ist 1945 passiert. Es ist gestern passiert. Und es passiert immer noch... Ein Dokumentartheater über Geschichte und ein einzigartiges Theatererlebnis.

In drei Szenen behandelt das Stück sensibel die schwierige Thematik der gemeinsamen deutsch-tschechischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Mehr als dreißig Schauspieler fesseln die Zuschauer, die während der Vorstellung auch selbst Teil des Geschehens werden. Wiederholt tritt während des Stückes eine Blaskapelle mit einer perfekt auf die jeweilige Handlung abgestimmten Blasmusik auf.

Das friedliche deutsch-tschechische Zusammenleben im Ort wird abgelöst durch den nationalistischen Zeitgeist und die Schrecken der NS-Herrschaft. Nach Kriegsende werden alte Wunden aufgerissen und auch persönliche Rechnungen mit den Deutschen im Dorf beglichen. Bis heute fällt es überall auf der Welt schwer, der Opfer des einstigen Feindes angemessen zu gedenken.

Drehbuch: Jiří Havelka und Karel František Tománek

Regie: Jiří Havelka

Produzent: Petr Prokop und Vosto5

Es spielen: Marie Ludvíková, Ján Sedal, Tomina Jeřábek, Ondřej Bauer, Philipp Schenker, Jan Kalina, Monika Načeva, Petr Prokop, Dora Sulženko Hoštová, Halka Třešňáková, Ondřej Cihlář, Daniela Voráčková/Petra Lutigová, David Dvořák, Lucie Plachá, Karolína Gilová, Radim Klásek, Vojtěch Fülep/Radim Peška, Matěj Halaš, Mikoláš Nop, Pavel Herzog, Martin Líska, Evžen Zdráhal, Jan Pospíšil, Jana Altmannová, Jiří Altmann, Marta Ljubková/Renata Prokopová, Noemi a Joel Sidon.

Hier finden Sie den Flyer zum herunterladen

Eintritt: 6€, ermäßigt 4€ (für Mitglieder des ASV)

Eine Veranstaltung des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein, des Tschechischen Zentrums München und des Deutschen Kulturforums östliches Europa. Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, den Freistaat Bayern, den Deutsch-tschechischen Zukunftsfonds und das Ministerium für Kultur der Tschechischen Republik

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Dienstag, 17. November 2016

19.00 Uhr

Buchpräsentation und Diskussion: Franz Josephs Land

Die Geschichte Österreichs von Ötzi bis zum alten Kaiser. Mit Martin Haidinger (Autor) aus Wien

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München

„Österreich-Ungarn, das ist jenes Stück Erde, das der liebe Gott Kaiser Franz Joseph anvertraut hat“, meinte einst der Schriftsteller Joseph Roth. Ist das alles? Nein! Österreich hat im Mittelalter als kleines Gebiet namens „Ostarrichi“ rund um Neuhofen an der Ybbs angefangen und wurde erst später zum Familiennamen der Habsburger. Wie ein heißes Eisen wurde Österreich von vielen Schmieden immer neu zurechtgehämmert.

Martin Haidinger, Historiker und Journalist aus Wien, Wissenschaftsredakteur beim ORF und Autor zahlreicher Sachbücher. Seit 25 Jahren widmet er sich der Vermittlung von Geschichte und Geschichten in seinen Sendungen auf Radio Ö1, ORF 2 Wien, BR Alpha und im Deutschlandfunk. Als Vortragskünstler gilt seine besondere Liebe der österreichischen Literatur.

100 Jahre nach dem Tod des stilprägenden Monarchen Franz Joseph unternimmt Martin Haidinger einen rasanten Ritt durch die Jahrhunderte und malt Österreichs Geschichte in funkelnden Farben. Eine Geschichte über die Urgründe der austriakischen Mentalität, jenseits von Nostalgie und Sisi-Trubel – für alle, die bislang glaubten, Österreich zu kennen.

Harald Roth, Studium der osteuropäischen und neueren Geschichte sowie der evangelischen Theologie. Geschäftsführer bzw. Leiter des Siebenbürgen-Instituts an der Universität Heidelberg in Gundelsheim (1993-2007). 2008-2013 zuständig für das Fachreferat Geschichte und das Länderreferat Südosteuropa des Deutschen Kulturforum östliches Europa. Seit 2013 Direktor des Kulturforums. Zahlreiche Publikationen zu Siebenbürgen, Ungarn und zum Donau-Karpaten-Raum.

Jiří Rak, Historiker mit Schwerpunkt deutsch-tschechische Geschichte des 19. Jhd., insbesondere der späten Habsburgermonarchie und der tschechischen Wiedergeburt. Lehrtätigkeit am Institut für Internationale Beziehungen an der Karlsuniversität Prag, Mitgestalter vieler Ausstellungen über die Habsburger, zahlreiche Veröffentlichungen dazu wie 2013 „Zachovej nám, Hospodine. Češi v Rakouském císařství 1804-1918“ [Gott, erhalte uns. Die Tschechen im Österreichischen Kaiserreich 1904-1918].

***Martin Haidinger: Franz Josephs Land. Eine kleine Geschichte Österreichs 1. Auflage, mit zahlr. Abb., 320 Seiten; ISBN: 978-3-99050-028-6. Preis: 24.95 EUR, erschienen im Amalthea Signum Verlag***

Zum Bild des Kaisers in den Nachfolgestaaten der Habsburger-Monarchie diskutieren anschließend außerdem: Martin Haidinger (Wien), Dr. Harald Roth (Potsdam), PhDr. Jiří Rak (Prag)

Moderation: Dr. Florian Kührer-Wielach (München)

Eintritt frei

Eine Veranstaltung des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein, des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas, der Kulturreferentin für Südosteuropa und des Deutschen Kulturforums östliches Europa Potsdam

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Foto: ©Marie Smolková

Montag, 16. November 2016

16.00 Uhr

Porträts aus Böhmen und Mähren

Eine Ausstellung mit Schwarz-Weiß Fotografien von Petra Flath. Einführung durch Anna Knechtel (M.A.)

Oblastní muzeum „Dům Jiřího Popela z Lobkowicz“, Palackého 86, 43001 Chomutov, Tschechische Republik (Regionalmusem, Komotau)

Auf der Abbildung ist Petra Flath mit Max Mannheimer (†23.9.2016) zu sehen.

Bayern, Berliner, Wiener, Prager, Egerländer, Nordböhmen, Südmährer, Sudetenschlesier… Oder auch: Tschechen, Österreicher, Juden, Sudetendeutsche …   –  diese Ausstellung zeigt und würdigt 54 Personen, die in den mehr als 20 Jahren seit der politischen Wende 1989 die deutsch-tschechischen Beziehungen mitgeprägt haben. Sie alle vereint ihre Herkunft: Sie wurden in Böhmen, Mähren, Sudetenschlesien oder Prag geboren bzw. wuchsen dort auf.

Für viele von ihnen waren diese Jahre der Höhepunkt ihres Schaffens. Politiker wie Künstler, Wirtschaftsmanager wie Priester, Wissenschaftler wie Journalisten, Heimatvertriebene wie Heimatverbliebene, Exilanten wie Dissidenten – einige von ihnen haben sich auf ihrem Gebiet oder sogar über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Andere wirkten still und verborgen nach Jahrzehnten der Abschottung diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs an der Entspannung zwischen Deutschen, Tschechen, Sudetendeutschen, Juden und Österreichern mit.

Die 54 Porträts wurden in München, Prag, Brünn, Wien, Düsseldorf und anderen Orten aufgenommen. Jede der Aufnahmen ist mit einer Kurzbiographie des Porträtierten versehen. So spiegeln sich in den Lebensläufen der 54 Persönlichkeiten, welche von einer siebenköpfigen Jury aus Vertretern deutscher und tschechischer Einrichtungen ausgewählt wurden, die Schönheit und das Leid einer Region, die einen bedeutenden Teil des einstigen Mitteleuropa bildet.

Petra Flath wurde 1952 geboren und wuchs in Waldkraiburg auf. Zwischen 1970 und 1976 studierte sie an der Bayerischen Staatslehranstalt für Fotografie und an der Hochschule für Gestaltung in Basel. Seit 1976 ist sie als freischaffende Fotografin tätig und hat sich auf die Bereiche Architektur, Industrie und Produkte spezialisiert, ist aber auch mit Arbeiten für Landschaftsausstellungen hervorgetreten, z. B. 2007 für die Ausstellung „Landschaften – Verwandtschaften“ in München-Schwabing.

Immer wieder hat sie sich auch mit dem menschlichen Gesicht beschäftigt. 2012 zeigte sie im Park des Adalbert-Stifter-Seniorenheims ihrer Heimatstadt Waldkraiburg eine Installation mit Porträts von Bewohnern des Heims. Derzeit lebt Petra Flath in München.

Die Ausstellung findet bis zum 24. Februar 2016 unter den folgenden Öffnungszeiten statt:

Di-Fr 9.00-17.00 Uhr

Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins in Zusammenarbeit mit dem Regionalmuseum „Dům Jiřího Popela z Lobkowicz“ in Komotau

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Mittwoch, 2. November 2016

19.00 Uhr

Deine Träne, mein Regen: Die Gegenwart Arnošt Lustigs (Tvoje slza, můj déšť: Přítomnost Arnošta Lustiga)

Ein Dokumentarfilm seiner Tochter Eva Lustigová

München, Arena Filmtheater, Hans-Sachs-Straße 7

Ein Dokumentarfilm (CZ 2012, OmeU) über den tschechischen Schriftsteller, Drehbuchautoren, Journalisten und Humanisten Arnošt Lustig. Die Regie, die Produktion und das Drehbuch führte seine Tochter, Eva Lustigová. Ein Filmgespräch findet im Anschluss an die Filmvorfúhrung statt.

Eintritt: 6,50 Euro

Eine gemeinsame Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins und des Tschechischen Zentrums München

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Foto: ©Lichtung Verlag

Dienstag, 25. Oktober 2016

19.30 Uhr

Buchvorstellung und Lesung „Auf Nachricht warten“ von Regina Gottschalk

Die Geschichte der jüdischen Familie Getreuer aus dem Böhmerwald 1938-1942. Mit Regina Gottschalk

Tschechisches Zentrum, Prinzregentenstraße 7, München

Regina Gottschalks Buch kombiniert kürzlich gefundene Familienbriefe aus den Jahren 1938 bis 1942 – ergänzt durch historische Fotos, Lebenserinnerungen und Tagebücher aus der Familie – mit Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung.

In dem kleinen böhmischen Dorf Schwanenbrückl an der Grenze zu Bayern lebt das Ehepaar Heinrich und Frieda Getreuer mit vier Kindern als die einzige jüdische Familie im Dorf. Durch das Münchner Abkommen 1938 wird die Familie zur Flucht ins vermeintlich sichere Prag gezwungen, wo sie aber bald von der NS-Verfolgung eingeholt wird. Den erwachsenen Kindern gelingt es in die USA zu emigrieren, die Eltern sollen später nachkommen. Mittels Briefen versucht die auseinandergerissene Familie den Zusammenhalt zu bewahren. Schließlich werden die Eltern und fast alle anderen in Hitlers Machtbereich zurückgelassenen Angehörigen deportiert und ermordet. Die Kinder warten noch lange vergeblich auf Nachricht…

Dr. Regina Gottschalk, geb. Getreuer, wurde 1940 in Prag geboren. Sie ist in Dresden aufgewachsen, 1957 flüchtete sie mit ihren Eltern in die Bundesrepublik Deutschland. Nach dem Studium der Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft in Tübingen und München promovierte sie in Tübingen zur Parteiengeschichte in der Weimarer Republik. Bis zur ihrer Pensionierung arbeitete sie als Lehrerin für Deutsch, Geschichte und Sozialkunde an Gymnasien in München, Ingolstadt und Rosenheim.

Musikalische Umrahmung: Michaela Rychlá, Gitarre

Eintritt frei

Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins, des Tschechischen Zentrums München, des Lichtung Verlages und der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e.V.

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Donnerstag, 13. Oktober 2016

14.00 Uhr

Stifters Welten: Wien

Eine Internationale Tagung zu Studienzeit, beruflicher Orientierung und den literarischen Anfängen Stifters in Wien im Kontext der Kultur- und Sozialgeschichte Österreichs.

Schubert Geburtshaus, Nußdorfer Straße 54, Wien

Die interdisziplinäre Tagung befasst sich mit Studienzeit, beruflicher Orientierung und den literarischen Anfängen Stifters in Wien im Kontext der Sozial- und Kulturgeschichte Österreichs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Literatur- und Musikwissenschaftler, (Kunst-)Historiker und Bildungsforscher analysieren und dokumentieren das Wiener Großstadtmilieu des Vormärz, in dem Stifter zum Autor wurde.

Es wird bis zum 5. Oktober 2016 um Anmeldung über g.hofer@stifter-haus.at gebeten. Die Tagung findet vom 13. bis 14. Oktober 2016 statt.

Das Programm für Donnerstag, 13. Oktober 2016:

14.00   Begrüßung

14.30   Karel Rýdl: Zu den Wirkungen des Hauslehrers Adalbert Stifter in Wien

15.00   Walter Wagner: Glanz und Elend des Hofmeisterdaseins. Adalbert Stifter und Benjamin Kewall

15.30   Diskussion

16.00   Kaffeepause

16.30   Gerald Kohl: Adalbert Stifter und die Welt des Rechts. Rechtswissenschaft und Rechtsstudium im Vormärz

17.00   Harald Lönnecker: Adalbert Stifters Studienzeit. Seine Zugehörigkeiten und ihre Deutung

17.30   Diskussion

Das Programm für Freitag, 14. Oktober 2016:

09.00   Elke Doppler: Adalbert Stifter als Maler in Wien

09.30   Sally Gomaa: Der Naturbegriff in Adalbert Stifters Erzählung Der Waldgänger (1847) und seinen um dieselbe Zeit entstandenen Landschaftsgemälden

10.00   Diskussion

10.30   Kaffeepause

11.00   Simon Haasis: Wiener Musikkultur im Vormärz

11.30   Karin Wozonig: Gemeinsame Kreise. Adalbert Stifter und Betty Paoli in Salon und Almanach

12.00   Diskussion

12.30   Mittagspause

14.30   Johannes John: Der Sammelband Wien und die Wiener und seine Stellung in Stifters Œuvre

15.00   Jochen Berendes: Die Familie als imaginäre Größe. Beispiele und Hintergründe aus Stifters Wiener Zeit

15.30   Diskussion

16.00   Kaffeepause

16.30   Marianne Klemun: „Sammeln als Wissen“. Öffentliche naturkundliche Sammlungen im Wien des Vormärz

17.00   Abschlussdiskussion

Eine gemeinsame Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins in München, des Adalbert-Stifter-Instituts des Landes Oberösterreich in Linz und des Wiener Museums

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Donnerstag, 13. Oktober 2016

19.00 Uhr

Jaroslav Rudiš: Im Nebel

In der Veranstaltungsreihe „Mein Weg zu unseren Deutschen“

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München

Jaroslav Rudiš über seinen Vortrag: „Eine Eisenbahnreise aus dem Böhmischen Paradies, wo ich geboren bin, nach Reichenberg, wo ich Deutsch und Geschichte studierte habe, und weiter nach Berlin, wo ich zur Zeit lebe, und von dort über Prag und Pilsen ins verlassene Altvatergebirge, wo ein einsamer Eisenbahner lebt, der nachts die Züge aus der Vergangenheit sieht. Die Reise führt an den Orten vorbei, wo meine Romane und Geschichten spielen, wo sich Tschechen und Deutsche treffen und wo das Bier richtig gut schmeckt.“

Jaroslav Rudiš, geboren 1972, ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker. Er studierte Deutsch und Geschichte in Prag, Zürich und Berlin und arbeitete u.a. als Lehrer, Journalist und Vertreter einer tschechischen Brauerei in Deutschland. Zuerst schrieb er Erzählungen, Gedichte und Songtexte. Grand Hotel, nach Der Himmel unter Berlin sein zweiter auf Deutsch erschienener Roman, wurde 2006 verfilmt. Sein dritter, auch ins Deutsche übersetzte Roman Potichu (Die Stille in Prag) wurde in Tschechien begeistert aufgenommen.

Bei Voland & Quist erschien 2012 auf Deutsch die Graphic Novel Alois Nebel. Leben nach Fahrplan. Im Dezember 2013 lief die Verfilmung von Alois Nebel, illlustriert von Jaromír 99, in den deutschen Kinos an. Zusammen mit Jaromir 99 gründete er die Kafka Band, die mit einer Mischung aus Musik, Literatur und Videokunst durch Mitteleuropa tourt. Sein neuer Roman Nationalstraße erschien 2016 im Luchterhand Literaturverlag.

2012/13 hatte Jaroslav Rudiš auch die Siegfried-Unseld-Gastprofessur an der Humboldt-Universität zu Berlin inne. 2014 erhielt er den Usedomer Literaturpreis.

Hier finden Sie die Einladung zum herunterladen

Eine gemeinsame Veranstaltung des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein und des Tschechischen Zentrums München

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Dienstag, 4. Oktober 2016

18.00 Uhr

Böhmischer Salon XII: Budweiser und Co.

500 Jahre seit dem Bayerischen Reinheitsgebot: Ein vergnüglicher Abend mit drei Referenten, einem Musiker, Hopfenprobe und vor allem frisch gezapftem Bier!

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München

Zum 500. Jubiläum des bayerischen Reinheitsgebots können sich die Böhmen und Mährer in München nicht lumpen lassen!

In diesem Böhmischen Salon erfahren Sie etwas über die bayerisch-böhmischen Bierbeziehungen, über die Entstehung der Brauerei in Budweis und das Budvar, aber auch über die Biererzeugung und die hierfür erforderlichen Ingredienzien, insbesondere den Hopfen.

Drei Spezialisten wurden eingeladen, um Sie mit allem Wissenswerten zum Thema zu versorgen:

Thomas Janscheck (Wolnzach) ist gelernter Landschaftsgärtner und absolvierte in Weihenstephan ein Gartenbau-Studium. Neben seiner Tätigkeit als Qualitätsmanagementbeauftragter beim Hopfenring/Hallertau ist er Buchautor („Von Baum zu Baum“) und hält Vorträge über Heilkräuter, Pflanzensymbolik und damit verbundene Volksbräuche im Jahreskreis.

Rüdiger Schleusner (Erfurt) ist Geschäftsführer der deutschen Vertretung der Budweiser Budvar Importgesellschaft mbH.

Josef Tolar (Budweis/České Budějovice) wurde nach dem Studium der Lebensmitteltechnologie in Prag bei der Budweiser Brauerei Budvar tätig. Ab 1985 wachte er als Braumeister 24 Jahre lang über die Ausgangsqualität des Bieres. Seit 2009 ist er Berater bei Budvar.

Dazu spielt der bekannte Posaunist und Basstuba-Virtuose Leo Gmelch auf und um und drumherum.

Und der einzige echt tschechische Wirt in der Münchner Innenstadt zapft Süffiges aus Budweis und Brünn.

Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins

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Donnerstag, 29. September 2016

19.00 Uhr

Auf Kar(e)l Klostermanns Spuren

Bilderwanderung durch den Böhmerwald mit Lesung

Tschechisches Zentrum, Prinzregentenstraße 7, München

Geheimnisvolle Moore mit kleinen Seen, herrliche Herbst- und Winterstimmungen, von Flechten überwucherte Baumleichen, imposante Gipfellandschaften u.v.m hat der Fotograf Karl Klostermann mit seiner Kamera im Böhmerwald eingefangen. Er führ uns auf seiner mit Beethoven-Musik unterlegten Bilderwanderung von Fürstenhut zum Pürstling an interessante Schauplätze des Böhmerwalds. Passend zu den Bildern liest Christa Steger aus den Romanen des Schriftstellers Kar(e)l Klostermann (1848-1923), der zeitlebens für ein friedliches Miteinander von Deutschen und Tschechen plädierte.

Eintritt frei

Eine gemeinsame Veranstaltung des Tschechischen Zentrums München, des Vereins Karl Klostermann e. V. und des Adalbert Stifter Vereins

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Donnerstag, 22. September 2016

19.00 Uhr

Zwischen Stifter und Schnitzler: Marie von Ebner-Eschenbach - Zeitgenossin der Moderne

Wissenschaftlicher Vortrag von Dr. Daniela Strigl, Wien

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München

Wie keine andere literarische Stimme Österreichs verkörpert Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916) das Franzisko-Josephinische Zeitalter. Als Vertreterin des Poetischen Realismus steht sie ästhetisch zwischen ihren Zeitgenossen Adalbert Stifter und Arthur Schnitzler - näher allerdings bei letzterem. Denn ungeachtet ihres öffentlichen Bildes als gütige Matrone zeichnet Ebner-Eschenbachs Werk kein geschöntes oder idealisiertes, sondern ein unnachsichtig präzises Bild der Gesellschaft. Wer sich darauf einlässt, betritt keine muffige Stube in altdeutscher Eiche, sondern einen Raum von aufregender Modernität.

Zum 100. Todesjahr Ebner-Eschenbachs wirft Daniela Strigl, die in diesem Jahr die erste umfassende Biographie der mährischen Adeligen seit 1920 vorgelegt hat, einen neuen Blick auf die Autorin und ihren literaturgeschichtlichen Ort zwischen Realismus und Früher Moderne. Einst berühmt für Romane wie Lotti, die Uhrmacherin (1880), Das Gemeindekind (1887) oder die Novellensammlung Dorf- und Schloßgeschichten (1883), ist Ebner-Eschenbach heute oft nurmehr durch ihre Aphorismen im kulturellen Gedächtnis präsent. Der Vortrag soll zur (Wieder-)Lektüre und Neuentdeckung eines facettenreichen Werks ermuntern.

Daniela Strigl, geboren 1964 in Wien, ist Literaturwissenschaftlerin, Kritikerin und Essayistin (F.A.Z., Die Welt, Falter, Der Standard u. a.). 2003 bis 2009 und 2011 bis 2014 war sie Mitglied der Jury des Ingeborg Bachmann Preises (Klagenfurt), 2009 Mitglied der Jury des Deutschen Buchpreises sowie 2013 bis 2015 des Preises der Leipziger Buchmesse. 2005 Scholar in Residence an der Rutgers University, NJ, seit 2007 Lehrtätigkeit am Institut für Germanistik der Universität Wien. Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik 2001, Max Kade Essaypreis 2007, Alfred Kerr Preis 2013. Berliner Preis für Literaturkritik 2015.

Veröffentlichungen (Auszüge): Frauen verstehen keinen Spaß (Hg., 2002); Marlen Haushofer. „Wahrscheinlich bin ich verrückt …“ – die Biographie (5. Aufl. 2016); Richard Billinger – Heimat. Körper. Kunst (Mithg., 2014); Marie von Ebner-Eschenbach: Leseausgabe in vier Bänden (Mithg., 2014/2015). Sonderweg in Schwarzgelb? Auf der Suche nach einem österreichischen Naturalismus in der Literatur (Mithg., 2016). „Berühmtsein ist nichts“. Marie von Ebner-Eschenbach. Eine Biographie (2016).

Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins

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Donnerstag, 22. September 2016

8.30 Uhr

Ausstellung „In Böhmen und Mähren geboren - bei uns (un)bekannt“?

Zwölf ausgewählte Lebensbilder in der Südböhmischen Bibliothek in Budweis.

Jihočeská vědecká knihovna, Lidická 1, České Budějovice, Tschechische Republik (Südböhmische wissenschaftliche Bibliothek, Budweis)

 

In Böhmen, Mähren und Mährisch-Schlesien, also der heutigen Tschechischen Republik, haben über Jahrhunderte hinweg Tschechen, Deutsche und Juden (deutscher und tschechischer Nationalität) zusammengelebt. Die vom Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein, Dr. Wolfgang Schwarz erarbeitete, komplett zweisprachige Ausstellung stellt zwölf Persönlichkeiten vor, die dem deutschböhmischen Sprach- und Kulturkreis des 19. und 20. Jahrhunderts entstammen und dort geboren wurden. Die meisten Namen sind dabei sehr bekannt, vielfach jedoch nicht die Tatsache, dass der Geburtsort dieser Menschen auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik liegt.

Die Zusammenstellung von biografischen Texten und Fotografien möchte im Gegenteil dazu beitragen, auf Gemeinsamkeiten, Zusammenhänge und Wechselwirkungen in der Kulturgeschichte dieser Länder hinzuweisen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht insbesondere die Beziehung der vorgestellten Persönlichkeit zur Heimat Böhmen und Mähren. So hat uns z. B. Adalbert Stifters Werk die schöne Natur des Böhmerwalds vor Augen geführt und auch Otfried Preußlers Kinderbücher wären ohne die Sagenwelt des nordböhmischen Isergebirges undenkbar. Weite Teile der in Brünn (Brno) erzielten Forschungsergebnisse Gregor Mendels sind bis heute für die Genetik unverzichtbar, und Sigmund Freuds Kindheitserlebnisse in seinem mährischen Geburtsort Freiberg (Příbor) fließen auch in seine Psychoanalyse mit ein. Viele Lebensläufe spiegeln wichtige Entwicklungen der deutsch-tschechischen bzw. österreichisch-tschechischen Beziehungen der vergangenen zwei Jahrhunderte wider. Die Ausstellung geht zudem den Spuren dieser Menschen in Tschechien nach, vor allem auch der Frage, wie ihrer heute vor Ort gedacht wird.

Die Ausstellung findet vom 22. September bis zum 14. Oktober 2016 unter den folgenden Öffnungszeiten statt:

Mo-Fr 8.30-18.00 Uhr

Sa 9.00-12.00 Uhr

Vorgestellte Persönlichkeiten

Adalbert Stifter (* Oberplan/Horní Planá 1805)

Johann Gregor Mendel (* Heinzendorf/Hynčice 1823)

Marie von Ebner-Eschenbach (* Zdislawitz/Zdislavice 1830)

Bertha von Suttner (* Prag 1843)

Sigmund Freud (* Freiberg/Příbor 1856)

Gustav Mahler (* Kalischt/Kalište 1860)

Karl Kraus (*Gitschin/Jičín 1874)

Rainer Maria Rilke (* Prag 1874)

Ferdinand Porsche (* Maffersdorf/Vratislavice nad Nisou 1875)

Franz Kafka (* Prag 1883)

Oskar Schindler (* Zwittau/Svitavy 1908)

Otfried Preußler (* Reichenberg/Liberec 1923)

Eintritt frei

Eine gemeinsame Veranstaltung des Goethe-Zentrums Budweis, der Südböhmischen wissenschaftlichen Bibliothek und des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein

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Samstag, 17. September 2016

12.30 Uhr

Böhmerwaldseminar in Böhmisch-Eisenstein

Kulturgeschichtliches grenzüberschreitendes Seminar vom 17.-18. September 2016

Orea Resort Horizont ****, Špičák 126, 340 04 Železná Ruda, Tschechische Republik

Das Böhmerwaldseminar ist eine seit 15 Jahren existierende grenzüberschreitende Veranstaltung zur deutsch-böhmischen Kulturgeschichte, die vom Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein veranstaltet wird. Ursprünglich auf die Kulturgeschichte des Böhmerwalds beschränkt, hat es sich im Laufe der Jahre zu einer Tagung mit breiterem thematischem Fokus entwickelt. Dabei wurden insbesondere Fragen der Bewahrung des kulturellen Erbes der Deutschen aus Böhmen, Mähren und Schlesien sowie die Wahrnehmung der deutsch-tschechischen Geschichte auf beiden Seiten der Grenze diskutiert.

Aktualitätsbezogen spielt in diesem Jahr das Thema Flucht und Flüchtlinge eine wichtige Rolle. So werden die deutschen Flüchtlinge in der Tschechoslowakei nach Hitlers Machtergreifung 1933 thematisiert und dabei auch die Politik des tschechoslowakischen Staats analysiert, ebenso auch das Schicksal der sudetendeutschen Sozialdemokraten 1938–1945. Auch eine neue tschechische Gesamtdarstellung der Vertreibung der Sudetendeutschen, hrsg. von Jiří Padevět, wird durch den Autor vorgestellt. Der Regisseur Josef Císařovský zeigt seinen zweisprachigen Böhmerwald-Film „Gottes Mühlen“/„Boží mlýny“, der im Tschechischen Fernsehen zu sehen war und vor allem die Zeit des Eisernen Vorhangs behandelt, und steht gemeinsam mit Produzent Aleš Hudský für ein Gespräch zur Verfügung.

Der zweite Tag des Seminars widmet sich Fragen der Architektur der Deutschböhmen im Zeitraum von 1848–1916. An vielen Beispielen wie etwa den deutschen Kulturhäusern etc. lässt sich dabei zeigen, dass hierbei – ebenso wie auf tschechischer Seite – der Aspekt der nationalen Abgrenzung bzw. des nationalen Selbstbewusstseins eine prägende Rolle spielte. Wie schlug sich dies etwa in der Fassadengestaltung und Inneneinrichtung bei Bauten von hoher Bedeutung für die nationale Kultur nieder?

Kontaktdaten der Unterkunft:

Orea Resort Horizont ****

Špičák 126, 340 04 Železná Ruda

Tel.: +420 376 365 111

Fax: +420 376 397 203

E-Mail: horizont@orea.cz

Hier finden Sie die Einladung und das Anmeldeformular (bis spätestens  Freitag, 2. September 2016!) zum herunterladen

Zde najdete pozvánku a přihlášku (nejpozději do pátku, 2. září 2016) ke stažení

Eine Veranstaltung des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein

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Montag, 5. September 2016

17.00 Uhr

Porträts aus Böhmen und Mähren

Eröffnung der Ausstellung mit Aufnahmen der Fotografin Petra Flath aus München

Dominikánské náměstí 1, Křížova chodba na Nové radnici, Brno, Tschechische Republik (Brünn)

Ob Künstler, Wirtschaftsmanager, Schriftsteller, Wissenschaftler, Politiker, Volkskundler, Priester oder Journalisten: Wer sind die (sudeten)deutschen, tschechischen, jüdischen Frauen und Männer aus Böhmen, Mähren und Schlesien, die nach Jahrzehnten der politischen Abschottung und persönlichen Trennung eine Annäherung wagten, sich auf schwierige Diskussionen einließen, verschüttetes Wissen wieder zugänglich machten, Freundschaften knüpften und zu einer neuen Atmosphäre der Entspannung und des Vertrauens beitrugen?

Die Porträts der Fotografin Petra Flath zeigen 54 Persönlichkeiten, die aus Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien stammen und sich im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit oder ihres privaten Engagements im deutsch-tschechischen Bereich für Verständigung engagiert haben.

Die Ausstellung findet von Montag, 5. September bis zum Freitag, 30. September 2016 statt.

Der zweisprachige Katalog kostet 100,00 Kčs (Kronen).

Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins in Zusammenarbeit mit der Abteilung für auswärtige Beziehungen des Brünner Magistrats

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Sonntag, 24. Juli 2016

9.30 Uhr

Studienreise nach Südböhmen

Mit Stationen in Wittingau/Třeboň, Neuhaus/Jindřichův Hradec, Platz an der Naser/Stráž nad Nežárkou, Zlabings/Slavonice u.a.

Abfahrtsort: Regensburg Hauptbahnhof

Die Studienfahrt des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein führt dieses Jahr in das östliche Südböhmen und findet ab Sonntag, den 24. Juli bis Donnerstag, den 28. Juli 2016 statt. Sehenswürdigkeiten sind unter anderem die Schlösser Wittingau/Třeboň und Neuhaus/Jindřichův Hradec, die einst den bedeutenden Adelsgeschlechtern der Rosenberger und Schwarzenberger gehörten. In Platz/Stráž nad Nežárkou und Umgebung begeben wir uns auf die Spuren einer der bekanntesten Opernsängerinnen des 20. Jahrhunderts, Ema Destinová (an der Berliner Hofoper als Emmy Destinn sehr erfolgreich und von Kaiser Wilhelm sowie Enrico Caruso stark verehrt). Destinová spielte ebenso eine große Rolle für die Durchsetzung der tschechischen Nationaloper im Ausland. Auch dem Wehrdorf Sonnberg/ Žumberk mit seiner sehenswerten Johannes der Täufer Kirche wird ein Besuch abgestattet

Hier finden Sie das genaue Programm sowie das Anmeldeformular (bis spätestens Freitag, 8. Juli 2016!) zum herunterladen

Der Teilnehmerbeitrag für die Reise ab Regensburg Hauptbahnhof beträgt pro Person im Doppelzimmer 380 €, für Mitglieder des Adalbert Stifter Vereins 350 €. Der EZ-Zuschlag beträgt 70 €. (Für Einzelzimmer steht nur ein beschränktes Kontingent zur Verfügung.) Der Reisepreis beinhaltet folgende Leistungen: Vier Übernachtungen mit Frühstück, vier Abendessen, Führungen und Eintritte, Reiseleitung. Die Anreise nach Regensburg erfolgt in Eigenregie.

Die Unterbringung erfolgt im Hotel Zlatá Hvězda in Wittingau/ Třeboň. Die Reise wird mit einem Reisebus der tschechischen Firma CK Máj aus Budweis/České Budějovice durchgeführt. Bitte einen gültigen Reisepass oder Personalausweis mitführen. Es empfiehlt sich der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung.

Reiseleitung: Dr. Wolfgang Schwarz, Kulturreferent für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein

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Donnerstag, 21. Juli 2016

19.00 Uhr

Literatur über die Grenze

Lesung und Diskussion mit Marianne Ach (München), Ivan Binar (Prag) und Bernhard Setzwein (Cham) sowie Musik von Tomáš Spurný (Denzlingen)

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München

Drei Schriftsteller, die im Laufe ihres Lebens Grenzen im materiellen und im geistigen Sinn erfahren haben, lesen aus eigenen Texten und vermitteln uns verschiedene Facetten des Begriffs „Grenze“.

Marianne Ach, geboren in Eslarn, wenige Kilometer vom damaligen Eisernen Vorhang entfernt, verließ mit 13 Jahren ihre Heimat und besuchte ein klösterliches Internat. Sie wurde Ordensfrau und war als Kindergärtnerin und Katechetin tätig. Nach zehn Jahren verließ sie das Kloster, machte ihr Abitur, studierte Deutsch und Religion und wirkte über dreißig Jahre als Realschul­lehrerin. Mit fünfzig Jahren begann sie zu schreiben und hat inzwischen fünf Bücher veröffentlicht, darunter: Goldmarie Pechmarie (2004), Winterherzen (2008), Am Horizont kein Zeichen (2014).

Ivan Binar stammt aus dem mährischen Boskovice. Nach einem Studium der Bohemistik und der Kunsterziehung in Mährisch-Ostrau war er kurz als Lehrer und dann als Redakteur tätig. 1972 verbrachte er wegen „Aufwiegelung“ ein Jahr in Haft und verließ nach Unterzeichnung der Charta 77 die ČSSR. In Wien arbeitete er als Restaurator und Übersetzer. Ab 1983 lebte er als Redakteur von Radio Free Europe in München, ab 1994 in Prag. Von seinen Büchern sind unter anderem auf Deutsch erschienen: Rekonstruktion (1975), Wer ist, was war Herr Gabriel (1979), Die Kunstkitterei (1997).

Bernhard Setzwein, 1960 in München geboren, verbrachte Kindheit und Jugend in Bad Dürkheim, Köln und München und war nach dem Studium der Germanistik zunächst in einem Verlag tätig, bevor er sich als freischaffender Autor zunächst in Waldmün­chen und dann in Cham niederließ, beides nahe an der tschechisch-deutschen Grenze. Diese Realität fand ihren Niederschlag u.a. in der Trilogie Die grüne Jungfer (2003), Ein seltsames Land (2007, neu 2016) und Der neue Ton (2012). Unter seinen Theaterstücken ist zu nennen Hrabal und der Mann am Fenster (2015).

Tomáš Spurný wurde 1965 in Strakonice geboren und schloss in Prag ein Studium der Musikwissenschaften und der Ethnomusiko­logie ab. In Deutschland studierte er an der Hochschule für Musik in Trossingen Liedge­staltung für Pianisten sowie historische Tasteninstrumente. Neben seinen Tätigkeiten in Deutschland als Pianist, Organist und Chorleiter widmet er sich der Volksmusik – u.a. seit 1989 als Leiter der Gruppe Pošumavská dudácká muzika/Böhmerwälder Dudel­sackmusik.

Moderation: Anna Knechtel

Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins

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Mittwoch, 29. Juni 2016

19.00 Uhr

Literarischer Reiseführer Böhmisches Bäderdreieck

Buchpräsentation mit Bildervorträgen von Roswitha Schieb und Václav Petrbok

Tschechisches Zentrum München, Prinzregentenstraße 7, München

Die westböhmischen Bäder Karlsbad, Franzensbad und Marienbad waren durch alle Epochen internationale Anziehungspunkte für Schriftsteller und andere Persönlichkeiten aus der Kunst und Politik. Dies spiegelt sich in einer Fülle deutscher, tschechischer und anderssprachiger Texte. Die Spaziergänge durch die berühmten Kurorte führen auf die Spuren von Jahrhundertautoren wie Goethe und Kafka, aber auch von weniger bekannten Namen wie Marie von Ebner-Eschenbach oder Louis Fürnberg. Zitate wichtiger Vertreter der tschechischen Literatur wie Božena Němcová, Jan Neruda oder Karel Čapek zeigen wiederum einen ganz eigenen Blick auf die Bäder, die nach dem Zweiten Weltkrieg zum Teil verfielen, zum Teil neue künstlerische Treffpunkte wurden. Dieses Buch lädt zu einer Entdeckungsreise in die reizvolle Kurregion ein, in der das kulturelle Flair vergangener Zeiten durch neue Impulse wie heimatkundliche Initiativen und Festivals wiederbelebt und weiterentwickelt wird.

Roswitha Schieb veröffentlichte bereits eine Reihe von literarischen und kulturhistorischen Reisebüchern, darunter den Literarischen Reiseführer Breslau und Jeder zweite Berliner: Schlesische Spuren an der Spree im Verlag des Deutschen Kulturforums östliches Europa. Sie lebt als freie Autorin in Borgsdorf bei Berlin.

Václav Petrbok ist Mitarbeiter am Institut für tschechische Literatur der Tschechischen Akademie der Wissenschaften und der Kurt Krolop Forschungsstelle für deutsch-böhmische Literatur an der Karlsuniversität Prag, an der er auch als Lehrbeauftragter am Institut für die Geschichte Tschechiens wirkt. Er zeigt als Coautor des Literarischen Reiseführers Böhmisches Bäderdreieck, wie das Leben der Kurorte und die deutsch-tschechischen Kulturbeziehungen in der tschechischen Literatur reflektiert wurden.

Weitere Präsentationen finden am 27.6.16 in Nürnberg (Literaturhaus, Luitpoldstr. 6, 19.00 Uhr) sowie am 28.6.16 im Kloster Speinshart (Klosterhof 2, 19.00 Uhr) statt.

Moderation: Tanja Krombach, Stellv. Direktorin des Deutschen Kulturforums östliches Europa

***Roswitha Schieb: Literarischer Reiseführer Böhmisches Bäderdreieck. Karlsbad · Marienbad · Franzensbad. Mit zahlr. farb. u. S.-W.-Abb., Kurzbiogr., ausführl. Registern u. zweispr. Karten. Ca. 400 S., Broschur m. Lesebändchen. Preis in € [D] 19,80. ISBN 978-3-936168-59-4***

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Kooperation mit dem Tschechischen Zentrum München und dem Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein

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Foto: ©Becherovka

Donnerstag, 16. Juni 2016

19.00 Uhr

Böhmischer Salon XII: Vom Becherbitter zum Becherovka

Höhen und Tiefen einer Karlsbader Erfolgsgeschichte (anschließend Sommerfest)

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München

Josef Vitus Becher (1769–1860) aus Karlsbad war der Erfinder des Kräuterlikörs, der von seinem Sohn Johann Becher (1815–1896) in ganz Europa verkauft wurde und 1900 auf der Weltausstellung in Paris den Grand Prix erhielt.

Milan Augustin (Karlsbad/Karlovy Vary) und Horst Engel (Wiesbaden) stellen Höhen und Tiefen der Geschichte des berühmten Kräuterlikörs vom Becherbitter zum Becherovka im Böhmischen Salon des Adalbert Stifter Vereins vor.

Die Schauspielerin Beatrix Doderer (München) liest Tagebuchnotizen und Briefe des Jahres 1945 von Hedda Becher-Baier (1914–2007), der letzten Fabrikbesitzerin, die nach dem Krieg verhaftet und von ihren Kleinkindern getrennt wurde.

Am abschließenden Podiumsgespräch beteiligen sich ihre Tochter Charlotte mit Ehemann Hans Pauli (Rösrath bei Köln) und David Binar (Prag/Praha), Journalist und langjähriger Pressesprecher der Firma Becherovka.

Musikalische Gestaltung: Esther Schoepf (Violine) und Norbert Groh (Klavier).

Moderation: Peter Becher

Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro (für Mitglieder)

Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins

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Dienstag, 7. Juni 2016

19.00 Uhr

„Lasse dem Narren das Ding“. Zur Aufgabe von Malerei und Familientradition in Adalbert Stifters „Nachkommenschaften“

Wissenschaftlicher Vortrag von Dr. Jochen Berendes, Karlsruhe

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München

In der Erzählung „Nachkommenschaften“ erzählt Friedrich Roderer von seinem Aufenthalt in einem Tal, in dem er sich intensiv bemüht, ein Moor zu malen. Er lernt einen reichen, älteren Mann kennen, Peter Roderer, der gleichzeitig dieses Moor trockenlegen lässt und sich schließlich als ein weiter Verwandter des Malers erweist. Der Landschaftsmaler verliebt sich in dessen Tochter, verwirft – dem dargestellten Familiencharakter entsprechend – seine künstlerischen Bemühungen und zerstört das Bild. Die Erzählung endet mit einer Hochzeit, durch die seit Generationen getrennte Zweige der Familie wieder zusammengeführt werden.

Diese „im (selbst-)ironischen Modus einzigartige späte Erzählung“ (K. Wagner) bezeugt temperamentvolle Distanz zu malerischen Bemühungen. Sie zeigt womöglich auch Grenzen der Ironie auf, wenn wir der Überzeugung folgen wollen, dass Peter Roderer und seine Tochter „von jeder ironischen Entlarvung“ (M. Mayer) unbehelligt bleiben. Im Vortrag wird eine Lektüre vorgeschlagen, die den Bereich des Ironischen entgrenzt, indem das Närrische am vermeintlich Vernünftigen und das Vernünftige am vermeintlich Närrischen entwickelt wird, das heißt, indem das Fragwürdige an dem von Peter Roderer wirkungsvoll entworfenen Familiencharakter und das Gehaltvolle und Zukunftsweisende an der malerischen Bemühung aufgezeigt wird. Die vom Text aufgebaute Autorität seiner Figur wird ebenso destruiert wie das abschließende Familien- und Liebesglück. Weniger zeigt sich eine Sonderstellung der Erzählung im Werk Adalbert Stifters, vielmehr zeigt sich an ihr erneut die Sonderstellung des gesamten Werks.

Dr. Jochen Berendes studierte Germanistik und Philosophie an den Universitäten Münster, Wien und Tübingen. Er übte berufliche Tätigkeiten in den Bereichen Germanistik, Angewandte Ethik und Ethiklehre, Theologie und Didaktik auf. Dazu hielt er Lehre, Vorträge und Publikationen zur Literatur- und Kulturwissenschaft, Ethik und Didaktik. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Geschäftsstelle der Studienkommission für Hochschuldidaktik (GHD) an der Hochschule Karlsruhe. 2009 erschien seine Arbeit Ironie – Komik – Skepsis. Studien zum Werk Adalbert Stifters.

Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins

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Donnerstag, 2. Juni 2016

19.00 Uhr

Die Botschaft Karls IV.

Musikalische Lesung mit Daniel Dobiáš, Susanne Schroeder, Jessica Boone und dem Kinderchor Carmen

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München

Die Veranstaltung Die Botschaft Karls IV. wurde von dem tschechischen Musiker und Komponisten Daniel Dobiáš entworfen. Außer ihm treten die Schauspielerin Susanne Schroeder (Lesung), die Sängerin Jessica Boone und der tschechische Kinderchor Carmen aus Louny (Laun) auf. Im Mittelpunkt stehen Leben und Wirken Karls IV. sowie seine Autobiografie. Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Bayerisch-Tschechischen Landesausstellung über Karl IV. in Prag (15. 5. – 25. 9. 2016) und Nürnberg (20. 10. 2016 – 5. 3. 2017). 

Daniel Dobiáš (Prag) hat mit tschechischen Musikgrößen wie zum Beispiel Hana Hegerová, Waldemar Matuška oder Helena Vondráčková gearbeitet und komponierte Film- und Theatermusik. Im letzten Jahr präsentierte er im Sudetendeutschen Haus in München gemeinsam mit Susanne Schroeder die musikalische Lesung Jan Hus und Martin Luther. Für den Abend zu Karl IV. vertonte er erneut Gedichte aus dem Mittelalter und der Renaissance, unter anderem von William Shakespeare, dessen Tod sich 2016 zum 400. Mal jährt.

Susanne Schroeder (München), Schauspielerin, ist sowohl aus dem Theater (Münchner Kammerspiele, freie Münchner Szene) als auch aus TV-Produktionen wie Tatort, Der Alte oder Die Rosenheim-Cops bekannt. Ihre Stimme lieh sie vielen Features und Reportagen etwa für den WDR oder den BR aus, gestaltete aber auch Hörbücher für einen bekannten Hörverlag mit.  

Jessica Boone, Sängerin und Schauspielerin, stammt aus Houston/Texas. Sie ist Mitglied der englischsprachigen Prager Bühne Prague Shakespeare Company, wo sie unter anderem die Lady Macbeth und die Ophelia (Hamlet) spielte. Die Shakespeare-Inszenierungen finden auf der Bühne des Prager Divadlo Kolowrat statt. In den USA ist sie vor allem als Synchronsprecherin in zahlreichen Zeichentrick-Serien wie zum Beispiel Hello Kitty bekannt.

Der Kinderchor Carmen unter der Leitung von Kateřina Štolová und Renata Friedlová an der Grundschule für Kunst in Louny (Laun) existiert seit 2014. Die Schüler im Alter von 8 bis 15 Jahren absolvierten Konzertauftritte mit Stücken aus tschechischen Opern und traten unter anderem auf dem Adventskonzert 2015 in Augustusburg auf. Beim 9. Jahrgang des tschechienweiten Festivals Hrajeme s Orffem (Wir spielen mit Orff) gewannen sie den 1. Preis. Carmen kooperiert bei der Produktion einer CD zu Karl IV. mit Daniel Dobiáš.

Eintritt frei

Hier finden Sie die Einladung zum herunterladen

Eine Veranstaltung des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein, des Tschechischen Zentrums München, des Generalkonsulats der Tschechischen Republik München und des Deutschen Kulturforums östliches Europa. Gefördert von der Bayerischen Staatskanzlei.

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Samstag, 14. Mai 2016

15.30 Uhr

Zeichen der Menschlichkeit 1938 - 1946

Eine Veranstaltung im Rahmen des Sudetendeutschen Tages

Raum Dublin, Ebene 2, NCC West, Messezentrum, Nürnberg

Lesung von Berichten, Notizen und belletristischen Texten über Beispiele von Mitmenschlichkeit in schweren Zeiten, wie beispielsweise von Přemysl Pitter u.a.

Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins

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Dienstag, 26. April 2016

20.00 Uhr

Im Zeichen des Hahns

Lesung mit Tereza Boučková und Pavel Kohout

Literaturhaus München, Salvatorplatz 1,  München

Der Titel des letzten Romans von Tereza Boučková „Das Jahr des Hahns“ (Rok kohouta, 2006, deutsch in Karl Rauch Verlag 2015, übers. von Ulrike Helmke) verweist nicht nur auf ihren Mädchennamen – 1957 geboren, ist sie die jüngste Tochter von Pavel Kohout –, sondern auch auf das chinesische Tierzeichen: Im Zeichen des Hahns wurde die Schriftstellerin geboren, im Jahr des Hahns hat sie ihren Roman geschrieben. Das Zeichen scheint ein schwieriges zu sein, denn die Protagonistin erlebt eine mehrfache Krise. Sie  verliebt sich als verheiratete Frau in einen anderen Mann, leidet als Schriftstellerin unter einer schweren Schreiblockade, muss sich um ihre kranke Mutter kümmern und vor allem – ihre zwei adoptierten Roma-Kinder werden erwachsen, und die jahrelange Erziehung scheint nicht das Geringste bewirkt zu haben: Sie lügen, stehlen und nehmen Drogen, als ob sie alle Vorurteile bestätigen wollten. Der Roman ist ein mitreißendes Zeugnis von Liebe, schöpferischem Willen und der Kraft, jeden Tag neu aufzustehen.

Tereza Boučková gehört natürlich zu den zahlreicher Gestalten, über die Pavel Kohout in seiner Autobiographie „Mein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel“ (Osbourg Verlag, 2010, übers. von Marcela Euler, Silke Klein und Ales Puda), schreibt. Der 1928 geborene Dramatiker und Prosaiker hat fast alle Umwälzungen des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa miterlebt und mitgemacht. Vom überzeugten Kommunist wurde er in den 60ern Jahren zum Kritiker des kommunistischen Regimes in der Tschechoslowakei und nach 1968 zur persona non grata. Als einer der Autoren der Charta 77 wurde er 1979 zur Emmigration nach Wien gezwungen; heute lebt er zwischen den beiden Städten Prag und Wien. In seinen in der dritten Person geschriebenen Memoiren berichtet Kohout über sein privates Leben, die Erfahrungen mit dem deutschen und tschechischen Theater, aber auch über seine manchmal skurrilen Auseinandersetzungen mit der linksorientierten künstlerischen Szene in Österreich und Deutschland.

Zum ersten Mal treten Vater und Tochter in Deutschland gemeinsam auf und reden über ihre durchaus unterschiedliche Erfahrungen als Unterzeichner der Charta 77 und Freunde von Václav Havel, über die Herausforderungen des Künstlerdaseins damals und jetzt.

Moderation: Peter Becher und Zuzana Jürgens

Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 7 Euro

Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins, der Stiftung Literaturhaus München und des Tschechischen Zentrums München. Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München.

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Foto: ©franz-josef.cz

Mittwoch, 20. April 2016

19.00 Uhr

„Mir bleibt auch nichts erspart.“ Kaiser Franz Joseph im Spiegel der Karikaturen

Vortrag von Dr. Jozo Džambo

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München

Kaiser Franz Joseph I. bestieg den Thron als achtzehnjähriger Mann im Revolutionsjahr 1848, das auch den habsburgischen Staat erschütterte. Forderungen der Revolutionäre führten zu Zugeständnissen bezüglich der Abschaffung der Zensur. Diese wurden jedoch wenige Jahre danach zurückgenommen, so dass Satire und Humor, die in Europa eine Blüte in Form von satirischen Zeitschriften erlebten, in Österreich recht dürftig verbreitet waren.

Einschränkungen brachte im Jahr 1852 der § 63 des Strafgesetzes: „Wer die Ehrfurcht gegen den Kaiser verletzt, es geschehe dies durch persönliche Beleidigung, durch öffentlich oder vor mehreren Leuten vorgebrachte Schmähungen, Lästerungen oder Verspottungen, durch Druckwerke, Mittheilung oder Verbreitung von bildlichen Darstellungen oder Schriften, macht sich des Verbrechens der Majestätsbeleidigung schuldig, und ist mit schwerem Kerker von einem bis zu fünf Jahren zu bestrafen.“

Die Presseorgane standen unter staatlicher Zensur oder übten eine Selbstzensur aus. Der Kaiser wurde also nicht karikiert, doch der Volksmund konnte sich nicht beherrschen, was aber Konsequenzen nach sich zog. Das, woran es in Österreich mangelte, fand man anderswo zuhauf. Zeichnern ausländischer Satireblätter bot das langjährige Regiment des Kaisers mehr als genug Stoff für Spott und Ironie. Nach dem Zerfall der Monarchie lebte Franz Joseph weiterhin in der Karikatur, nun als Geist, Vampir oder die Stimme aus dem Jenseits. Wenn er heute als Karikatur erscheint, so ist er nur noch ein milder und harmloser Herrscher, der eher Mitleid hervorruft.

Dr. Jozo Džambo (*1949) ist Historiker, Essayist und Übersetzer. Von 1992–2015 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Adalbert Stifter Verein tätig.

Hier finden Sie die Einladung zum herunterladen

Eine Veranstaltung des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein

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Donnerstag, 7. April 2016

19.00 Uhr

Braunau in Böhmen und Franz Schmelz

Vortrag, Filomvorführung und Gespräch mit Mark Ther

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München

In der Reihe „Mein Weg zu unseren Deutschen“

Mark Ther, 1979 in Prag geboren, studierte an der Akademie der bildenden Künste in Prag. Er gilt als einer der bekanntesten, jungen bildenden Künstler Tschechiens, vor allem im Bereich Videoart. Ursprünglich im Studium auf die Malerei fokussiert, begann er im Jahr 1998 mit Videos zu experimentieren. Sein Frühwerk beschäftigt sich mit Pop-Ikonen wie etwa Madonna oder Andy Warhol. Eine wichtige Inspiration für ihn war auch die populäre Opernsängerin Maria Callas. Für sein in Tschechien durchaus auch kontrovers diskutiertes Video „Das wandernde Sternlein“ (das den sexuellen Missbrauch eines Jungen thematisiert) erhielt er 2011 den Jindřich-Chalupecký-Preis, die wichtigste tschechische Auszeichnung für junge Künstler bis 35 Jahre.

Die Zwangsaussiedlung einer Mutter und ihres Sohnes im Jahr 1946 ist Hintergrund seines Kurzfilms „Pflaumen“ (2011), der in München an diesem Abend gezeigt wird. Um der Abschiebung zu entgehen, flieht der Junge in den Wald, wo ihn die Mutter verzweifelt versucht, zu finden. Viele der Werke dieses Künstlers sind in deutschböhmischen Dialekten gedreht. Die Videos werden auch im Kontext von Videoart-Ausstellungen in Kunstgalerien sowie auf internationalen Filmfestivals präsentiert.

Charakteristisch für seine Videos sind Interpretationen von gesellschaftlichen oder historischen Tabus, wozu die Gender-Problematik oder Homosexualität genauso gehören wie etwa der Umgang mit dem Thema der Vertreibung der Sudetendeutschen in Tschechien. Dabei verarbeitet der Autor sowohl fiktive als auch historisch belegte und in enger Beziehung zum Sudetenland stehende Geschichten.

Mark Ther betätigt sich auch als Maler: Von Februar bis April 2016 präsentiert eine Ausstellung seine Siebdrucke in Wien, wo er 2015 als Stipendiat im Rahmen von Artists in residence einen dreimonatigen Aufenthalt absolvierte. Die Zeichnungen zeigen zu einem großen Teil grobe Umrisse der Landschaft im Braunauer Ländchen, wo die Wurzeln von Mark Thers Familie liegen. Ein Teil wurde nach 1945 vertrieben, ein Teil durfte bleiben. Seine deutschsprachigen Großeltern siedelten 1968 während des Prager Frühlings nach Bayern über. Auf die Frage nach seinem Lieblingsort in Deutschland antwortete Mark Ther in einem Interview einmal: „München, Waldkraiburg, der Friedhof in Waldkraiburg und Berlin“.

Eintritt frei

Eine Veranstaltung des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein und des Tschechischen Zentrums München

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Donnerstag, 17. März 2016

19.00 Uhr

Bernard Bolzano, der Weise von Prag, und die Vaterlandsliebe

Ein Vortrag von Kurt F. Strasser aus Salzburg

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München

Der Vater des Philosophen und Mathematikers Bernard Bolzano (1781-1848), der mit einer Frau aus dem deutschsprachigen Bürgertum verheiratet ist, stammte aus der Lombardei. Als die Familie nach Prag übersiedelt, wird man dort auf Bernard Bolzano und sein außergewöhnliches Talent für die Mathematik aufmerksam, er entscheidet sich jedoch für ein Studium der Theologie. Nach 15 Jahren Religionsprofessur an der Karlsuniversität wird er nach Vorwürfen vor allem von Seiten der Kirche vom Dienst suspendiert. Die logischen Arbeiten, die er dann ausführt, zeigen ihn als überragenden Philosophen seiner Zeit. Interessant sind insbesondere auch seine Überlegungen zum böhmischen Landespatriotismus.

Dr. Kurt F. Strasser studierte Germanistik und Romanistik und wirkte sowohl als Gymnasiallehrer ebenso auch als Lektor für Literaturgeschichte an der Universität Triest. Seine Publikationen thematisieren vorwiegend die österreichischen Literatur und Philosophie. Seit 2000 arbeitet er an der Herausgabe der Schriften von Bernard Bolzano im Auftrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften am Fachbereich Philosophie der Uni Salzburg. Kurt Strasser wird in seinem Vortrag die Persönlichkeit des Philosophen analysieren, über Bolzanos Tätigkeit als Religionsprofessor in Prag sprechen und in einem Exkurs auch auf das Verhältnis Adalbert Stifters zu Bolzano eingehen. Auch die Gründe der bislang wenig erfolgten Rezeption Bolzanos jenseits der Mathematikwissenschaft kommen zur Sprache.

Eintritt frei

Hier finden Sie die Einladung zum herunterladen

Eine Veranstaltung des Kulturreferenten für böhmische Länder im Adalbert Stifter Verein

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Mittwoch, 9. März 2016

19.00 Uhr

Shakespeare hat Recht: Böhmen liegt am Meer

Vortrag von Radka Denemarková aus Prag aus ihrer Reihe „Mein Weg zu unseren Deutschen“

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München

Der Titel „Mein Weg zu unseren Deutschen“ der neuen Veranstaltungsreihe des Kulturreferenten für die böhmischen Länder und des Tschechischen Zentrums München ist einem gleichnamigen Vortrag des Karlsbader Archivars Milan Augustin entnommen, den dieser im Jahr 2004 für den Adalbert Stifter Verein in München hielt. Im Tschechischen sind mit dem Begriff „Unsere Deutschen“ („Naši Němci“) die Deutschen aus den böhmischen Ländern bzw. die Sudetendeutschen gemeint. Tschechische Schriftsteller, Künstler und Intellektuelle sollen ihren persönlichen Blick, ihre Inspirationen und Erfahrungen thematisieren, welche sie vor allem mit den böhmischen Deutschen, aber auch mit den Deutschen generell verbinden.

Radka Denemarková äußert sich zu ihrem Vortrag: „Den Satz Böhmen liegt am Meer verstehe ich als Formel einer versunkenen Kultur, der verdrängten Erinnerungen, an die deportierten und vertriebenen Menschen, die in der Geschichte der Stadt Prag und Böhmen verborgen sind. In der Schule hat man mir zum Beispiel nie erzählt, dass vormals Tschechen und Deutsche hier Jahrhunderte lang friedlich nebeneinander gelebt haben. Es zeigte sich, dass man – ausgehend von der gleichen Situation – sehr unterschiedliche Geschichten erzählen kann. Es bleibt das Problem des Nationalismus, seines Wesens, seiner Krankhaftigkeit und seines Unverstands.“ Im Anschluss zu dem Vortrag besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

Die Autorin ist Schriftstellerin, Drehbuchautorin, Übersetzerin, Dramaturgin. Sie studierte Germanistik und Bohemistik in Prag und hielt sich in Wiesbaden, Berlin, Graz, auf Usedom und zuletzt in Krems auf. Derzeit tätig als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Tschechische Literatur und seit 2004 freischaffende Schriftstellerin. Viele ihrer Romane wurden veröffentlich, darunter sind Ein herrlicher Flecken Erde (DVA, 2009, im Original Peníze od Hitlera, Host, 2006) und Beitrag zur Geschichte der Freude (Im Original Příspěvek k dějinám radosti), der 2015 als Tschechisches Buch des Jahres nominiert wurde, zu nennen. Als Schriftstellerin erhielt sie bereits viele Auszeichnungen wie beispielsweise den Usedomer Literaturpreis 2011 (Laudatio von Hellmuth Karasek) und den Georg-Dehio-Buchpreis 2012 (gemeinsam mit ihrer Übersetzerin Eva Profousová). Ihre Übersetzungen von Theaterstücken Bertold Brechts, Thomas Bernhards oder Franz Xaver Kroetzs ins Tschechische werden ebenfalls hoch angerechnet. Dabei erhielt sie 2011 den Preis Magnesia Litera für  ihre Übersetzung von Hertha Müllers Atemschaukel. Wiederholt ist Radka Denemarková als Gast auf den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt erschienen.

Bitte beachten: Der Termin für die Veranstaltung wurde vom 10. März (noch im Hausprogramm des Sudetendeutschen Hauses angekündigt) auf den 9. März vorverlegt!

Eintritt frei

Hier finden Sie die Einladung zum herunterladen

Eine Veranstaltungsreihe des Kulturreferenten für böhmische Länder des Adalbert Stifter Vereins und des Tschechischen Zentrums München

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Donnerstag, 18. Februar 2016

19.00 Uhr

„Musen an die Front!“

Ausstellung über Schriftsteller und Künstler im Dienst der k. u. k. Kriegspropanda 1914–1918

Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, Düsseldorf

In der vom Adalbert-Stifter-Verein München erstellten Ausstellung „Musen an die Front!“ steht das zu Propagandazwecken in der österreichisch-ungarischen Armee als Sondereinrichtung des Armeeoberkommandos gegründete „Kriegspressequartier (KPQ) im Blickpunkt, das die Aufgabe hatte, der Presse Berichte über das Kriegsgeschehen in Wort und Bild zu liefern.

Hier waren besonders Journalisten und Künstler vertreten, darunter bekannte Schriftsteller wie Alexander  Roda Roda, Egon Erwin Kisch, Leo Perutz, Richard Arnold Bermann (Arnold Höllriegel), Ferenc Molnár, Robert Michel, Franz Werfel und Künstler wie Oskar Laske, Oskar Kokoschka, Ferdinand Staeger, Ludwig Hesshaimer, Albin Egger-Lienz u.a.

Für die Kriegsberichterstattung wurden außerdem eine Bild- und Filmstelle eingerichtet, dazu ein Theater- und Musikreferat und schließlich eine Zensurstelle, die alle Informationen zu überwachen und über ihre Veröffentlichung zu entscheiden hatte. Parallel dazu wurde im Wiener Kriegsarchiv eine „Literarische Gruppe gegründet, die den Krieg zu dokumentieren und publizistisch zu propagieren hatte. Franz Theodor Csokor, Rudolf Hans Bartsch, Franz Karl Ginzkey, Felix Salten, Stefan Zweig, Rainer Maria Rilke, Alfred Polgar (Polak) waren Mitglieder dieser „Literarischen Gruppe.

Das KPQ und die „Literarische Gruppe boten vielen Journalisten, Schriftstellern und Künstlern die Möglichkeit, den Kriegsdienst mit der Waffe zu vermeiden und stattdessen eine Aufgabe im Kriegspropagandaapparat mit Feder, Pinsel oder Kamera zu übernehmen. Sie waren – wie die Ausstellung zeigt – bewusster oder unbewusster Teil der Propaganda im Ersten Weltkrieg und schwankten dabei zwischen Patriotismus und Pazifismus. Die Ausstellung schildert auch das freiwillige Engagement der Künstler und Intellektuellen im Krieg. Erfahrbar werden die verschiedenen Einstellungen zum Krieg und deren Wandlungen innerhalb einzelner Biographien.

Die Austellung findet von Donnerstag, 18. Februar bis zum Mittwoch, 16. März 2016 statt.

Einführung: Dr. Jozo Džambo

Ein bedeutender Anteil der Schriftsteller und Künstler im Dienst der k.u. k. Kriegspropaganda stammte aus Böhmen und Mähren, ihnen gilt mit der Ausstellung besondere Aufmerksamkeit.

Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins

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Donnerstag, 18. Februar 2016

19.00 Uhr

Die Brüder Čapek als „Die Gärtner der Vernunft“

Eine szenische Lesung mit Arthur Schnabl und Katka Karl-Brejchová

Tschechisches Zentrum, Prinzregentenstraße 7, München

Zum „Brüder-Čapek-Jahr“ 2015 haben der Regensburger Journalist und Historiker Arthur Schnabl und die Reiseleiterin Katka Karl-Brejchová eine Čapek-„Revue“ entwickelt: „Die Gärtner der Vernunft“ setzt sich spielerisch mit den großen Čapek’schen Themen auseinander: Humanität, Vernunft und Skepsis gegenüber technischer und nationaler Euphorie. Eine Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit.

Karel Čapek (1890–1938)

Als Schriftsteller, Übersetzer, Journalist und Fotograf widmete er sich einem breiten Arbeitsfeld, nämlich dem Realismus, dem Drama und der utopischenLiteratur. Sein Werk gilt als meisterhaftes Beispiel der tschechischen Sprache. Inhaltlich finden sich eine klare Beobachtungsgabe der menschlichen Gesellschaft sowie häufig ein satirischer, treffsicherer Humor. International ist Karel Čapek heute für seine Werke bekannt, die der Science-Fiction zugerechnet werden. Viele von Karel Čapeks Werken behandeln ethische Aspekte neuer Entwicklungen, wie sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts absehbar waren. Beispiele sind die industrielle Massenproduktion, Massenvernichtungswaffen oder die Begegnung mit anderen Intelligenzen (Roboter in R.U.R., Amphibien in Der Krieg mit den Molchen).

Josef Čapek (1887–1945)

Ein Maler, Dichter und Schriftsteller, dessen Werk oftmals soziale und politische Akzente setzte. In den 1930er Jahren schuf er Bilder, die den Protest gegen den Krieg zum Thema hatten. Josef Čapek gehörte neben Emil Filla, Vincent Kramář, Bohumil Kubišta, Otto Gutfreund und Josef Chochol zu einer Gruppe junger tschechischer Künstler, die den Kubismus in Form von Bildern, Design, Plastiken und Zeichnungen sowie Architektur nach Prag brachten. Als Buchillustrator gestaltete er die meisten Werke seines Bruders Karel Čapek.

Arthur Schnabl ist seit gut 20 Jahren Reisejournalist, Dichter, Historiker und Reisebegleiter aus Regensburg. Auf seinen LiteraTouren nach Böhmen inszeniert er große Literatur an Originalschauplätzen.

Katka Karl-Brejchová ist Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache in Regensburg und wirkte häufig als Reisleiterin. Seit Jahren lässt sie zusammen mit Arthur Schnabl in szenischen Lesungen tschechische Literatur lebendig werden.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Tschechischen Zentrums München und des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein

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Mittwoch, 3. Februar 2016

19.00 Uhr

Tiefe Kontraste - Filmvorführung

Film von Lenka Ovčáčková über den Böhmerwald

Arena Filmtheater, Hans-Sachs-Straße 7, München

Der zweisprachige Dokumentarfilm zeigt die Vielfalt von Lebensbildern in der Böhmerwald-Region. Durch zahlreiche Aussagen deutscher, tschechischer und österreichischer Grenzbewohner wird die Kulturlandschaft des Böhmerwalds in ihrer ganzen Breite erfasst. Der poetisch gestimmte Film ist durch Zitate von A. Stifter, J. Urzidil, J. Peter und J. Váchal ergänzt.

CZ / D / A 2015, OmU, R: Lenka Ovčáčková

Wie in allen ihren Filmen widmet sich die Regisseurin Lenka Ovčáčková auch in Tiefe Kontraste dem Thema „des Lebens an der Grenze sowie der vielschichtigen Wahrnehmung der Grenze“.  Daneben setzt sich der Film aber auch schwerpunktmäßig mit dem Thema Vertreibung der Sudetendeutschen sowie der heutigen Bevölkerung und ihren Geschichten auseinander. 

Der Dokumentarfilm wird durch Zitate von Adalbert Stifter, Johannes Urzidil, Johann Peter, Josef Váchal und Karel Klostermann sowie durch Gedichte von František Klišík aus Volary umrahmt.

Die Realisierung des Films wurde vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, dem Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein bzw. der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch die TU Dresden gefördert.

Eintritt: 6,50€

Eine gemeinsame Veranstaltung des Tschechischen Zentrums München und des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein

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Donnerstag, 14. Januar 2016

14.00 Uhr

Ausstellung "In Böhmen und Mähren geboren - bei uns (un)bekannt?"

Ausstellung mit zwölf ausgewählten Lebensbildern wie etwa Otfried Preußlers, R.M. Rilkes, Ferdinand Porsches etc.

Stadtbücherei Lauf, Turnstraße 11, Lauf a. d. Pegnitz

In Böhmen, Mähren und Mährisch-Schlesien, also der heutigen Tschechischen Republik, haben über Jahrhunderte hinweg Tschechen, Deutsche und Juden (deutscher und tschechischer Nationalität) zusammengelebt. Die vom Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein, Dr. Wolfgang Schwarz erarbeitete, komplett zweisprachige Ausstellung stellt zwölf Persönlichkeiten vor, die dem deutschböhmischen Sprach- und Kulturkreis des 19. und 20. Jahrhunderts entstammen und dort geboren wurden. Die meisten Namen sind dabei sehr bekannt, vielfach jedoch nicht die Tatsache, dass der Geburtsort dieser Menschen auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik liegt.

Die Zusammenstellung von biografischen Texten und Fotografien möchte im Gegenteil dazu beitragen, auf Gemeinsamkeiten, Zusammenhänge und Wechselwirkungen in der Kulturgeschichte dieser Länder hinzuweisen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht insbesondere die Beziehung der vorgestellten Persönlichkeit zur Heimat Böhmen und Mähren. So hat uns z. B. Adalbert Stifters Werk die schöne Natur des Böhmerwalds vor Augen geführt und auch Otfried Preußlers Kinderbücher wären ohne die Sagenwelt des nordböhmischen Isergebirges undenkbar. Weite Teile der in Brünn (Brno) erzielten Forschungsergebnisse Gregor Mendels sind bis heute für die Genetik unverzichtbar, und Sigmund Freuds Kindheitserlebnisse in seinem mährischen Geburtsort Freiberg (Príbor) fließen auch in seine Psychoanalyse mit ein. Viele Lebensläufe spiegeln wichtige Entwicklungen der deutsch-tschechischen bzw. österreichisch-tschechischen Beziehungen der vergangenen zwei Jahrhunderte wider.

Die Ausstellung findet vom 14. Januar bis zum 19. März 2016 unter den folgenden Öffnungszeiten statt:

Mo, Di, Fr 14.00-18.00 Uhr

Mi, 9.00-14.00 Uhr

Do, 14.00-19.00 Uhr

Sa, 10.00-13.00 Uhr

Vorgestellte Persönlichkeiten

Adalbert Stifter (* Oberplan/Horní Planá 1805)

Johann Gregor Mendel (* Heinzendorf/Hynčice 1823)

Marie von Ebner-Eschenbach (* Zdislawitz/Zdislavice 1830)

Bertha von Suttner (* Prag 1843)

Sigmund Freud (* Freiberg/Příbor 1856)

Gustav Mahler (* Kalischt/Kalište 1860)

Karl Kraus (*Gitschin/Jičín 1874)

Rainer Maria Rilke (* Prag 1874)

Ferdinand Porsche (* Maffersdorf/Vratislavice nad Nisou 1875)

Franz Kafka (* Prag 1883)

Oskar Schindler (* Zwittau/Svitavy 1908)

Otfried Preußler (* Reichenberg/Liberec 1923)

Eine gemeinsame Veranstaltung der VHS Unteres Pegnitztal und des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein

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Foto: ©DKF

Dienstag, 12. Januar 2016

19.00 Uhr

Pilsen Kulturhauptstadt 2015: Eine Bilanz

Präsentation und Diskussion mit Šárka Krtková

Tschechisches Zentrum, Prinzregentenstraße 7, München

Šarka Krtková vom Organisationskomitee der Kulturhauptstadt Pilsen 2015 zieht eine Bilanz der Höhepunkte von Pilsen 2015 und den entsprechenden Veranstaltungen und steht auch für Fragen zur Verfügung. Gezeigt wird an diesem Abend ebenso der Kurzfilm „Mit Wolftraud de Concini unterwegs in der westböhmischen Kulturhauptstadt Europas“.

Ursprünglich sollte die Pilsener Stadtschreiberin des Jahres 2015, aus ihren Internet-Blogs, die sie zu ihren Eindrücken von der Stadt veröffentlicht hat, lesen und diskutieren. Leider kann sie aufgrund einer Erkrankung nicht an dem Abend teilnehmen.

Hier gelangen Sie zum Blog von Wolftraud de Concini

Moderation: Dr. Wolfgang Schwarz (Kulturreferent für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein) 

Eine Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Pilsener Momente. Fotografien von Wolftraud de Concini“ wird noch bis zum 29. Januar 2016 im Tschechischen Zentrum angeboten.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa, des Tschechischen Zentrums München und des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein

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