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Veranstaltungsdetails

Mittwoch, 17. Juni 2020

19.00 Uhr

„Rübezahl! Rübezahl! Wennʼs dich gibt, dann zeig dich mal!“

Der wissenschaftliche Vortrag von Ladislav Futtera über die Rübezahl-Figur in der deutsch- und tschechischsprachigen Literatur des 19. Jahrhunderts wird online in unserem Youtube-Kanal veröffentlicht.

 

„Rübezahl ist ein Proteus der deutsch-slavischen Mythe“, schreibt Ludwig Bechstein 1853 in seinem Deutschen Sagenbuch. Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gehört der mythische Herrscher des Riesengebirges dank der beliebten Erzählungen von Paul Johannes Praetorius zum festen Bestandteil des deutschen Sagenschatzes; die Romantik bildete ihn zum Helden auch der tschechischen Literatur.

Die Herkunft der Sage im Gebiet der ethnischen wie staatlichen Grenze trug zur Entstehung verschiedener konkurrierender Darstellungen Rübezahls bei. Mithilfe der künstlerischen Darstellung des Berggeistes wurde seit dem 19. Jahrhundert einerseits die böhmische (deutschböhmische und tschechische), andererseits die schlesische Identität verstärkt. Der Vortrag rekonstruiert Darstellungsvarianten Rübezahls im historischen Kontext des „langen“ 19. Jahrhunderts. Aus  interkultureller Perspektive werden etwa folgende Fragen gestellt: Zu welchen Übergängen und (kulturellen) Übersetzungen kam es zwischen der deutschen und tschechischen Kultur am Beispiel Rübezahls? Welche Rolle spielte die Figur beim Forcieren des Landespatriotismus und im Prozess der Nationalisierung der Gesellschaft? Und welche Unterschiede gibt es überhaupt zwischen dem deutschen Rübezahl und dem tschechischen Krakonoš?

Ladislav Futtera ist Doktorand am Institut für germanische Studien der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität Prag und Mitglied der Arbeitsgruppe Germanobohemistik am Institut für tschechische Literatur der tschechischen Akademie der Wissenschaften. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die historische Imagination und regionale Identitäten am Beispiel der deutschböhmischen und tschechischen Literatur des 19. Jahrhunderts sowie Geschichte der tschechischen Kontakte mit den Lausitzer Sorben.

Eintritt frei

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