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Foto: ©franz-josef.cz

Mittwoch, 20. April 2016

19.00 Uhr

„Mir bleibt auch nichts erspart.“ Kaiser Franz Joseph im Spiegel der Karikaturen

Vortrag von Dr. Jozo Džambo

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München

Kaiser Franz Joseph I. bestieg den Thron als achtzehnjähriger Mann im Revolutionsjahr 1848, das auch den habsburgischen Staat erschütterte. Forderungen der Revolutionäre führten zu Zugeständnissen bezüglich der Abschaffung der Zensur. Diese wurden jedoch wenige Jahre danach zurückgenommen, so dass Satire und Humor, die in Europa eine Blüte in Form von satirischen Zeitschriften erlebten, in Österreich recht dürftig verbreitet waren.

Einschränkungen brachte im Jahr 1852 der § 63 des Strafgesetzes: „Wer die Ehrfurcht gegen den Kaiser verletzt, es geschehe dies durch persönliche Beleidigung, durch öffentlich oder vor mehreren Leuten vorgebrachte Schmähungen, Lästerungen oder Verspottungen, durch Druckwerke, Mittheilung oder Verbreitung von bildlichen Darstellungen oder Schriften, macht sich des Verbrechens der Majestätsbeleidigung schuldig, und ist mit schwerem Kerker von einem bis zu fünf Jahren zu bestrafen.“

Die Presseorgane standen unter staatlicher Zensur oder übten eine Selbstzensur aus. Der Kaiser wurde also nicht karikiert, doch der Volksmund konnte sich nicht beherrschen, was aber Konsequenzen nach sich zog. Das, woran es in Österreich mangelte, fand man anderswo zuhauf. Zeichnern ausländischer Satireblätter bot das langjährige Regiment des Kaisers mehr als genug Stoff für Spott und Ironie. Nach dem Zerfall der Monarchie lebte Franz Joseph weiterhin in der Karikatur, nun als Geist, Vampir oder die Stimme aus dem Jenseits. Wenn er heute als Karikatur erscheint, so ist er nur noch ein milder und harmloser Herrscher, der eher Mitleid hervorruft.

Dr. Jozo Džambo (*1949) ist Historiker, Essayist und Übersetzer. Von 1992–2015 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Adalbert Stifter Verein tätig.

Hier finden Sie die Einladung zum herunterladen

Eine Veranstaltung des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein

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