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Veranstaltungsdetails

Donnerstag, 13. März 2014

19.00 Uhr

25 Jahre Samtene Revolution I – Tschechische Journalisten ziehen Bilanz

Vortrag von Matěj Spurný

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, München

Vor 25 Jahren ging die Einparteienherrschaft der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei in der ČSSR zu Ende. Entscheidend waren mutige Demonstrationen der Bevölkerung gegen die kommunistische Diktatur, die besonders mit dem Datum 17. November 1989 bzw. der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste verbunden sind. Die Samtene Revolution war jedoch nicht mehr aufzuhalten, der Übergang zur Demokratie vollzog sich mit der Wahl des einstigen Dissidenten Václav Havel zum Präsidenten der Tschechoslowakei Ende 1989.

Aus Anlass dieses Jubiläums laden der Kulturreferent für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein sowie das Tschechische Zentrum München zu einer Vortragsreihe mit tschechischen Journalisten bzw. stark journalistisch tätigen Intellektuellen ein. Dabei soll ein Blick auf die innenpolitische und außenpolitische Entwicklung der – seit 1993 von der Slowakei getrennten – Tschechischen Republik im vergangenen Vierteljahrhundert geworfen und eine Bilanz gezogen werden. Den Vortragenden ist es dabei frei gestellt, ob dieser Rückblick etwa journalistisch-essayistisch, analytisch-wissenschaftlich oder auch persönlich ausfällt.

Der Vortrag wird vor allem Kontinuitäten und Diskontinuitäten der neusten tschechischen Geschichte, sowie auch die tieferen ideellen und ideologischen Hintergründe der politischen Entscheidungen oder in der Gesellschaft verbreiteter Intuitionen beleuchten. Er beschäftigt sich mit der Rolle des Dissent, dessen liberales und zugleich soziales Projekt, das Demokratie und Zivilgesellschaft mehr als den Kapitalismus betonte, gescheitert ist. Nationalistische und provinzialistische Vorstellungen bei Spitzenpolitikern und damit verbundene Gefahren werden ebenso diskutiert wie das starke technokratische Denken, die Ablehnung von Intellektuellen, die Angst vor den Sudetendeutschen etc. Isolationismus und Fremdenfeindlichkeit oder Stigmatisierung von Ökologen sind nur einige Beispiele für Rückfälle, die die gegenwärtige tschechische Politik und Gesellschaft mit der Zeit der sog. Normalisierung vor 1989 verbinden.

Matěj Spurný, geboren 1979 in Prag und aufgewachsen im Riesengebirge. Seit vielen Jahren intensive journalistische Tätigkeit, u. a. als Kommentator in Respekt, Lidové noviny und Literární noviny. Kommentiert derzeit das politische Tagesgeschehen in Tschechien als Blogger u. a. auf aktualne.cz, veröffentlichte auch in der deutschen Wochenzeitung Freitag etc.

Studium der Geschichte an der Karlsuniversität Prag sowie an der Humboldt-Universität Berlin. Mitbegründer des Vereins Antikomplex, der sich u. a. stark mit der Geschichte und Rezeption der Nachkriegs-Vertreibung der Sudetendeutschen auseinandersetzte. Mitautor der Ausstellung und Publikation Zmizelé Sudety (Verschwundenes Sudetenland), Herausgeber der Publikationen Sudetské osudy (Sudetenschicksale) und Proměny sudetské krajiny (Veränderungen der Sudeten-Landschaft). 2012 Dissertation mit dem Titel Nejsou jako my. Česká společnost a menšiny v pohraničí 1945 – 1960 (Sie sind nicht wie wir. Die tschechische Gesellschaft und die Minderheiten im Grenzland 1945-1960) Mitarbeiter des Prager Ústav pro soudobé dějiny (Institut für Zeitgeschichte), Lehrbeauftragter an der Karlsuniversität zum Thema Nationalismus in Mitteleuropa im 20. Jahrhundert sowie zur Sozialgeschichte moderner Diktaturen.

Matěj Spurný lebt in Prag und in Pec pod Sněžkou (Petzer).

Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins in Kooperation mit dem Tschechischen Zentrum München

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