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Veranstaltungsdetails

Montag, 31. August 2015

19.00 Uhr

Themenabend „Prag als deutsche Stadt im Protektorat“

Die Publikation „Protektorátní Praha jako německé město“ des tschechischen Historikers Miloš Hořejš ist die erste systematische Dokumentation dieses vergessenen Kapitels unserer neuzeitlichen Geschichte

Bunker am Blockplatz, Badstraße, Berlin

Nach der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren planten die Nationalsozialisten eine „germanische“ architektonische Umgestaltung Prags, um ihre Dominanz auch nach außen hin zu unterstreichen. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Planungskommission für die Hauptstadt Prag und Umgebung. An ihrer Spitze wechselten sich von 1939 bis 1945 mehrere deutsche Architekten und Stadtplaner ab, die für Prag einen Umbau vorbereiteten, wie er in Städten wie Berlin, Nürnberg oder Linz bereits umgesetzt bzw. geplant wurde.

Einige Vorschläge der Planungskommission hatten durchaus etwas mit vernünftiger Stadtplanung in einer modernen Metropole zu tun. So war bereits damals eine breite Magistrale vorgesehen, als Nord–Süd–Verbindung mitten durch die Prager Innenstadt. Die heutige Prager Magistrale entspricht mehr oder weniger diesen Vorstellungen: Dazu gehören die Nusle–Brücke, die Magistrale selbst und Teile des Prager Rings.

Doch tatsächlich lassen sich auch monumentale Bauvorhaben finden, wie sie Albert Speer und Adolf Hitler in Berlin vorhatten. Zum Beispiel sollte das tschechische Gemeindehaus in der Altstadt abgerissen und durch eine Konzerthalle ersetzt werden. Der Entwurf des Architekten Theis sah einen neoklassizistischen Säulenbau vor, der an den historischen Pulverturm anschließen sollte.

Programm

Historische Einbettung: Wolfgang Schwarz, München

Vortrag: Richard Nemec, Bern

Moderation: Frank Herold, Berlin

Gang durch die Ausstellung Mythos Germania. Vision und Verbrechen: Gernot Schaulinski, Berlin

Im Anschluss an die Veranstaltung können diese Planungen mit denen für Berlin verglichen werden: Alle Interessierten werden noch durch die Ausstellung „Mythos Germania. Vision und Verbrechen“ geführt, die der Berliner Unterwelten e. V. bis Ende November in einem Zwischengeschoss der nördlichen Eingangshalle des U–Bahnhofs Gesundbrunnen zeigt.

Referenten

Dr. Richard Nemec studierte Kunstgeschichte in Prag, Freiburg i. Br., Basel und Leipzig. Seit 2012 lehrt er am Institut für Kunstgeschichte der Universität Bern und war intensiv an den Recherchen für die Publikation von Miloš Hořejš beteiligt. Seine Forschungsfelder sind u. a. Politische Architektur, die Kulturlandschaften Mitteleuropas und Denkmalpflege.

Dr. Wolfgang Schwarz studierte Geschichte und Politik in Regensburg mit den Schwerpunkten Diktaturen und Außenpolitik. Von 1999 bis 2002 war er Fachreferent beim Deutsch–Tschechischen Zukunftsfonds in Prag. Seit 2002 ist er Kulturreferent für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein in München; u. a. nahm er Lehraufträge in Regensburg für die Deutsch–Tschechischen Studien wahr.

Frank Herold studierte in Leipzig Journalistik und war von 1984 bis 1988, in der Zeit der Perestroika, Korrespondent in Moskau. Bei der Berliner Zeitung ist er Experte für die östlichen Nachbarländer; ein wichtiger Themenkomplex seiner journalistischen Arbeit ist der Aussöhnungsprozess mit Tschechien und Polen.

Dr. Gernot Schaulinski studierte Neuere Geschichte, Vgl. Literaturwissenschaft und Philosophie in Berlin und kuratierte verschiedene Ausstellungs– und Publikationsprojekte, u. a. Mythos Germania. Vision und Verbrechen. Seit April läuft seine Tour „Berlin im Mai 1945“, die er gemeinsam mit dem Berliner Unterwelten e. V. und dem Deutschen Kulturforum östliches Europa konzipierte.

Eine Veranstaltung des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein und des Deutschen Kulturforums östliches Europa, der Berliner Unterwelten e. V.

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