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Adalbert Stifter

Veranstaltungen

Mittwoch, 30. November 2022

19.00 Uhr

Böhmische Spuren in München: Rudolf Voderholzer

Gespräch

Sudetendeutsches Haus, Hochstr. 8, München

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer wurde am 9. Oktober 1959 in München geboren und wuchs gemeinsam mit seinen drei Geschwistern in Sendling auf. Seine Mutter Maria, geb. Schill, stammte aus dem westböhmischen Kladrau/Kladruby, wo sie 1927 auf die Welt kam. Nach der Vertreibung 1946 lebte sie in München als Lehrerin und Autorin von Kinderbüchern, einige davon schrieb sie zusammen mit ihrem ältesten Sohn.

Zuzana Jürgens (Adalbert Stifter Verein) spricht mit Bischof Voderholzer über seine Mutter, über die sudetendeutschen Wurzeln der Familie und über seine Kindheit, Studien- und Priesterzeit in München.

Eintritt frei

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Donnerstag, 8. Dezember 2022

19.00 Uhr

Böhmerwald von fern und nah II

Lesung und Gespräch mit den Oberplaner Stifter-Stipendianten 2022

Südböhmische Wissenschaftliche Bibliothek (Jihočeská vědecká knihovna), Lidická 1, Budweis/České Budějovice

Der Brünner Schriftsteller und Chefredakteur der Literaturzeitschrift Host (Gast) Jan Němec (*1981) und die Münchner Lyrikerin und Biologin Sophia Klink (*1993) sind die Vertreter des zweiten Jahrgangs des Stifter-Stipendiums in Oberplan/Horní Planá. Von Ende September bis Mitte Oktober absolvierten sie gleichzeitig Aufenthalte im Geburtsort Adalbert Stifters.

Im Laufe des Abends stellen sie eine Auswahl ihres bisherigen Schaffens sowie Texte vor, die in Oberplan entstanden sind. Welche Wirkung übten dieser Ort, an dem sich über Jahrhunderte tschechische und deutsche Kultur begegneten, und die zauberhafte Landschaft und Atmosphäre des Böhmerwalds auf ihr Schreiben aus? Hat ihre Begegnung sie selbst und ihr Verständnis von Deutschland und Tschechien beeinflusst?

Moderation: Hana Soukupová

Die Veranstaltung wird gedolmetscht.

Eine Veranstaltung der Kooperationspartner: Tschechisches Literaturzentrum in der Mährischen Landesbibliothek, Adalbert Stifter Verein und Adalbert Stifter-Geburtshaus – Regionalmuseum Krumau im Rahmen des Festivals Šumava litera. Mit freundlicher Unterstützung der Bayerischen Staatskanzlei.

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Donnerstag, 15. Dezember 2022

19.00 Uhr

Grenzenlos. Aus dem Konservatorium in die Welt

Konzert für Klavier zu vier Händen

Sudetendeutsches Haus, Hochstraße 8, München

Klavierkonzert des Duos Jost Costa mit Werken von Ignaz Moscheles, Bedřich Smetana, Salomon Jadassohn und György Kurtág

Die im 19. Jahrhundert entstandenen Konservatorien bildeten ein überregionales System für die Ausbildung von Musikern. Für ihre oft aus vielen Ländern stammenden Absolventen waren die dort erworbenen Fähigkeiten der erste Schritt in die musikalische Welt. So vergleichbar diese Anfänge waren, so unterschiedlich konnten die weiteren Lebenswege von Musikern. Die ausgewählten Komponisten und ihre Werke stehen für die Vielfalt der Musikwelt in den Ländern Ostmitteleuropas.

Das Duo Jost Costa besteht aus der Pianistin Yseult Jost und dem Pianisten Domingos Costa und existiert seit 2006. Neben weltweiten Auftritten wirkten beide Künstler u. a. als Dozenten an der Universität Hamburg oder der Musikhochschule Venedig und produzierten Aufnahmen für den Südwestrundfunk, den Westdeutschen Rundfunk oder die Deutsche Welle. Ihre Veranstaltungen lassen Musik auf Tanz, Dichtung oder Malerei treffen.

Prof. Dr. Joachim Kremer ist Institutsleiter für Musikwissenschaft, Musikpädagogik und Ästhetik an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Musik und Musikgeschichte des 15. bis 20. Jahrhunderts sowie französische Musik zwischen 1870 und 1920.

Das Konzert steht unter der Schirmherrschaft der Bayerischen Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf.

Moderation: Joachim Kremer

Eintritt: Spenden für die Ukraine/Bukowinahilfe (Netzwerk Gedankendach) erbeten

Eine Veranstaltung des Kulturreferats für die böhmischen Länder, des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München, des Hauses des Deutschen Ostens und des Tschechischen Zentrums München

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Aktuelles

Online Veranstaltungen

Grenzen / Nachbarschaften / neue Stimmen

Grenzen, Nachbarschaften, neue Stimmen – ein bayerisch-tschechisches Netzwerktreffen

Im Juni dieses Jahres trafen sich in Sulzbach-Rosenberg sieben Schriftstellerinnen und Schriftsteller um über ihr Werk und das literarische Leben in ihren Länder zu reden. Kurzprosa und Filminterviews geben nun einen Enblick in die Themen und Gespräche.

Unter dem Motto „Grenzen, Nachbarschaften, neue Stimmen“ setzte sich im Juni 2022 der Austausch zwischen tschechischen und bayerischen Autorinnen und Autoren fort, der 2011 auf gemeinsame Initiative des Literaturhauses Oberpfalz und des Prager Literaturhaus begann und sich Themen wie „Heimat“ und „Gewalt und Gedächtnis“ widmete. Das Treffen fand erstmals als Kooperationsveranstaltung des Adalbert Stifter Vereins (München), des České literární centrum / Tschechischen Literaturzentrums (Prag) und des Literaturhauses Oberpfalz statt, nach einer gemeinsamen deutsch-tschechischen Lyrik-Veranstaltung im Sommer 2021.

Im Zentrum des dreitägigen Treffens mit Ulrike Anna Bleier, Dora Kaprálová, Sophia Klink, Markus Ostermair, Markéta Pilátová, Jan Štifter und Jonáš Zbořil (die ebenfalls eingeladene Slata Roschal musste wegen Krankheit absagen) standen Gespräche über aktuelle Schreibprojekte und Veröffentlichungen, bei denen die Übersetzerinnen und Dolmetscherinnen Julia Miesenböck und Lenka Hošová wertvolle Unterstützung leisteten.

Bei aller Unterschiedlichkeit der Themen und Textformen kristallisierte sich ein starkes gemeinsames Interesse für Orte und Nicht-Orte und für die Frage nach dem Verbunden-Sein und dem Sich-Fremd-Fühlen als existenziellem Lebensgefühl heraus. Sophia Klink, Biologin, Lyrikerin und Stifter-Stipendiatin 2022, und Jonáš Zbořil, Lyriker und Journalist, trafen sich darüber hinaus in ihrem Anliegen, über die Verbindung von Mensch und Natur zu schreiben, mit kritischem Blick für die zerstörerischen Auswirkungen des Anthropozän. Markus Ostermeier, dessen Debütroman „Der Sandler“ (2020. Osburg Verlag) im Münchner Obdachlosen-Milieu spielt, las eine Passage aus einem neuen Romanprojekt, das dem Bauerhof-Sterben und dem wenig beachteten Thema der Selbstmorde bei Landwirten nachgeht. Ulrike Anna Bleiers im Herbst 2022 veröffentlichter Roman „Spukhafte Fernwirkung“ (lichtung verlag) zeichnet sich durch ein stark fragmentiertes Erzählen aus. In kurzen Kapiteln entsteht ein Tableau von 200 Figuren, die dramaturgisch durch den Amoklauf in einem Einkaufszentrum miteinander verbunden sind. Auch Dora Kaprálová, bedient sich der kurzen Form der Prosa. Sie bezeichnete die Erzählungen ihres aktuellen Buchs „Inseln“ (in der deutschen Übersetzung erschienen im Balaena Verlag) als „literarische Bonsais“ und spürt darin einer mittel- und osteuropäischen Erfahrung des Fremdseins nach. Markéta Pilátová ist nach Jahren in Südamerika in ihre Heimatregion, in das böhmische Altvatergebirge, zurückgekehrt, den magischen Realismus der lateinamerikanischen Literatur im Gepäck. Ihr aktueller Roman „Die dunkle Seite“ (In deutscher Übersetzung im Wieser Verlag erschienen) kreist um ein Institut für Paranormale Phänomene – keine Erfindung – so die Autorin - sondern in Zeiten des Kommunismus ein sehr reales Instrument der Überwachung, das es in ähnlicher Form auch beim amerikanischen Geheimdienst gab. Weiter zurück in die tschechische Geschichte und in seine Heimatstadt Budweis führt Jan Štifters aktuelles Romanprojekt. Auf den Spuren seiner sudetendeutschen Großmutter interessiert ihn Budweis als vergessene deutsche Sprach-Insel Anfang des 20. Jahrhunderts und die Geschichte der Budweiser Kaffeehäuser, wie das „Café Groll“, die oftmals auch Bordelle waren.

Eine weitere Gesprächsrunde, an der auch Verlegerin Heike Birke aus dem Balaena Verlag teilnahm, konzentrierte sich auf den Austausch über die Bedingungen der Schriftstellerexistenz, über Möglichkeiten der Veröffentlichung und des Übersetzt-Werdens, die Rolle von Agenturen, über die Förderung, z.B. durch Aufenthaltsstipendien und über eigene Aktivitäten im Veranstaltungsbetrieb.

Die Teilnehmenden verfassten im Anschluss an das Treffen Kurzessays, die in deutscher Fassung hier im Literaturportal und in der tschechischen Version auf der Website des CLC veröffentlicht und nachzulesen sind. Dazu entstanden vor Ort im Literaturhaus kurze Video-Porträts, in denen die Autorinnen und Autoren zu Fragen nach der tschechischen und deutschen Literatur, nach der Bedeutung der Grenzöffnung 1989 und der Reaktion von Literatur auf aktuelle politische Ereignisse Stellung beziehen.

Das Vernetzungstreffen wurde gefördert vom Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, dem Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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Launch der Medienplattform zwischengrenzen.online

Grenzen sind ein Thema, das mit der Coronapandemie, wiederkehrenden Migrationswellen und dem Krieg in der Ukraine noch aktueller geworden ist. Mit Blogbeiträgen, einer Video-Reihe und einem Podcast widmen wir uns mit der neuen Platform zwischengrenzen.online.

Grenzsituationen, Grenzziehungen sowie Grenzüberschreitungen und ihrer Bedeutung anhand von konkreten Beispielen aus dem mittel- und südosteuropäischen Raum. Biografien stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie Geschichte, Sprache, Kultur und geopolitische Aspekte.

Die Platform haben wir gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen vom Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München aufgebaut, im Rahmen eines gemeinsamen, von Kultur.Gemeinschaften ausgeschriebenen Förderprogramms.

Bis Jahresende werden wir wöchentlich neue Beiträge – Text, Video oder Audiofeature – veröffentlichen. Die ersten fünf Beiträge finden Sie bereits online auf: zwischengrenzen.online


Blog-Serie „Zwischen Grenzen“ 
Zuzana Jürgens: Wie ein Altarbild aus Tetschen nach Bayern und wieder zurückkam 
Enikő Dácz: Literarische Grenzen und Entgrenzungen: Adolf Meschendörfer, Heinrich Zillich und die Literaturpolitik des Dritten Reichs 

Videoreihe „Spot on“ 
Anna Paap: Margarete Schell 
Wolfgang Schwarz: Erich Kühnhackl 

Podcast „Münchner Grenzerfahrungen“ 
Tobias Weger: Die Geschichte überwindet Grenzen. Im Gespräch mit Konrad Gündisch 
 
Unserer „crossmedialen“ Features gehen auf unsere wissenschaftliche Forschung zurück – und sollen gleichzeitig auf dem digitalen Weg ein breites Publikum erreichen. Darum haben wir uns auch auf der „handwerklichen“ Ebene intensiv weitergebildet und uns im Rahmen des Projektes theoretisch und praktisch mit dem Thema der digitalen Wissensvermittlung auseinandergesetzt: 
 
Wie wird eine Online-Strategie entwickelt? Wie verfasse ich Texte, die auf Bildschirmen gerne gelesen werden? Diese Fragen haben wir gemeinsam mit der Kulturvermittlerin Dr. Tanja Praske beantwortet. 

Wie entwickle ich Video- und Audioformate? Und wie kann ich sie im eigenen Haus effizient, professionell und für das Zielpublikum ansprechend produzieren? Dazu haben uns die Filmemacher Holger Gutt und Michaela Smykalla von Filmkultur geschult. 

Nicht zuletzt haben wir mit dem renommierten Literatursprecher und Sprechtrainer Helmut Becker an unserer Sprechtechnik gearbeitet – neben dem Gehirn ist unsere Stimme das vielleicht wichtigste Instrument für Wissenschaftler:innen und Kulturmittler:innen, online, aber auch offline.  

Die visuelle und technische Entwicklung der Online-Plattform stellt eine weitere wichtige Horizonterweiterung für uns dar. Umso dankbarer sind wir über die produktive Zusammenarbeit mit der Designerin und Expertin für strategische Markenentwicklung Susana Frau und den Entwicklern von Kollektiv17

„Zwischen Grenzen“ ist also noch viel mehr als eine Auseinandersetzung mit dem Thema „Grenzen“ – es ist ein Projekt zur „digitalen Selbstermächtigung“ unserer Einrichtungen und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.  

Die Plattform zwischengrenzen.online wird zu unserer Online-Medienplattform werden, auch über das Projekt „Zwischen Grenzen“ hinaus. Für eine nachhaltige Nutzung ist also gesorgt.

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Neu auf Youtube:

100 Jahre Klapperzahns Wunderelf von Eduard Bass

Vortrag von Stefan Zwicker

Mit einem Grußwort des Botschafters der Tschechischen Republik in Deutschland, Tomáš Kafka

Mit Klapperzahns Wunderelf veröffentlichte der Kabarettsänger, Rezitator, Erzähler und Journalist Eduard Bass (1888–1946) vor genau hundert Jahren den vielleicht besten Fußballroman aller Zeiten. Er ist Fußballmärchen, Roman über Sport in der Moderne und phantastische Erzählung zugleich – ein Buch für Kinder und Erwachsene.

Der alte Klapperzahn formt aus seinen elf Söhnen eine Fußballmannschaft, die nach jahrelangem Training selbst Spitzenklubs wie Slavia Prag, Mailand oder den FC Barcelona bezwingt. Geschlagen wird sie schließlich erst von einem kleinen Jungen mit einem runden Lederball …

Klapperzahns Wunderelf stammt aus der Zeit, als der Fußball laufen lernte. Es ist die glühende Liebeserklärung eines Prager Fußballverrückten – und zugleich kritische Beschäftigung mit einem Massensport, der seine Unschuld verliert: Geldgier, Starkult und Rassismus bedrohen die pure Lust am Kicken. Der Historiker Stefan Zwicker erläutert in seinem Vortrag die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Werks, das 1938 und 1967 auch verfilmt wurde. Es erscheint im Oktober 2022 in neuem Dress im Arco Verlag.

Moderation: Wolfgang Schwarz

Link zum Video

Eduard Bass: Klapperzahns Wunderelf. Roman. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Stefan Zwicker. Illustriert von Josef Čapek. Aus dem Tschechischen. Arco Orca 2022. € 15. ISBN 978-3-96587-054-3

Eine Veranstaltung des Kulturreferats für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein

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Neu auf Youtube:

Im Fokus: Renate Schmidt

Renate Schmidt gehört zu den profiliertesten Politikerinnen in Deutschland und zu den wichtigsten Repräsentantinnen der SPD. Neben ihrer jahrelangen Tätigkeit als Abgeordnete sowohl des Bundestags als auch des Bayerischen Landtags war sie Bundestagsvizepräsidentin und Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 2009 schied sie aus der aktiven Politik aus.

Renate Schmidts Vater stammte aus Prag, ihre Mutter aus Siebenbürgen. Im Gespräch äußert sie sich zu den Wurzeln ihrer Familie und ihrem Engagement für Frauen in der Politik, zu außen- und innenpolitischen Fragen wie etwa der Ostpolitik, der Nachrüstungsdebatte sowie zur Entwicklung der deutsch- bzw. sudetendeutsch-tschechischen Beziehungen.

Das Gespräch fand im Wappensaal der Kaiserburg Lauf statt, in dem die auf Anweisung Kaiser Karls IV. 117 angebrachten Wappen seiner böhmischen Besitzungen zu sehen sind.

 

Moderation: Wolfgang Schwarz

Ein Angebot des Kulturreferats für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein

Link zu dem Video

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Neu auf Youtube:

Böhmische Spuren in München: Gudrun Heißig

Zuzana Jürgens (Adalbert Stifter Verein) spricht mit Gudrun Heißig über ihre Zeit in der Tschechoslowakei und in München sowie über ihre Arbeit als Dolmetscherin und Übersetzerin.

Ein Video des Adalbert Stifter Vereins

(Link: https://www.youtube.com/)

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Publikationen

Neue Ausgabe Sudetenland

3-4|2022

Das aktuelle Heft ist dem Kunsthistoriker, Denkmalpfleger und Grenzgänger Hugo Rokyta (1912–1999) gewidmet, auf dessen Initiative unter anderem die Einrichtung der Gedenkstätte in Adalbert Stifters Geburtshaus in Oberplan/Horní Planá zurückgeht; es erinnern sich Weggefährten aus seinem universitären, publizistischen und denkmalpflegerischen Umfeld. Beiträge von Johannes Jetschgo und Tereza Vokurková zeugen ebenso vom Erfindungsreichtum böhmischer Industrieller wie der Schwerpunkt über die Porzellanindustrie in Böhmen. Hartmut Binder wirft ein Licht auf die lebhafte Freizeitbeschäftigung in Kafkas Familie, Michael Eckardt findet die Spuren eines böhmischen Emigranten in Südafrika. Die Übersetzerin Zuzana Finger blickt zurück auf ihren Weg zum Tschechischen, Franziska Mayer hat die Ghettogeschichten von Lepold Kompert wiedergelesen, und Hansjürgen Gartner blickt auf das reiche Schaffen des berühmten Künstlers Friedensreich Hundertwasser. Außerdem finden Sie im Heft die preisgekrönte Übersetzung von Susanne Marlene Bierlmeier eines Romanausschnitts von Elsa Aids, Texte des bayerisch-tschechischen Netzwerktreffens und Gedichte der Stifter-Stipendiatinnen Christine Pitzke und Sophia Klink.

 

Editorial

Peter Becher: Vielfältige Vergangenheit, ungewisse Zukunft

 

Feuilleton

Ursula Haas: Ahoj zwischen München und Prag

 

Porträt: Hugo Rokyta

Erhard Koppensteiner: Geglückter Dienst an der Kultur

Harald Salfellner: Altprager Original

Lenka Hůlková: Stifter-Gedenken und Völkerverständigung

 

Thema: Unternehmer und Industrielle

Johannes Jetschgo: Pioniere und Großunternehmer. Aufstieg und Fall der Industriellenfamilie Lanna

Tereza Vokurková: Gartenkunst hinter Industrieanlagen

 

Thema: Porzellan aus Böhmen

Thomas Miltschus: Aus den Bädern in alle Welt

Thomas Miltschus: Luxus für die High Society

István Gergely Szűts: Sudetendeutsche Porzellanmaler in Ungarn

 

Literatur im Spiegel

Hartmut Binder: Franzefuß. Vom Kartenspiel in der Familie Kafka

Hans Oskar Simon: Victor Fleischer – eine Würdigung (1950)

Michael Eckardt: „Er stammte aus Komotau in Böhmen“. Eine biografische Wiedergutmachung für Victor Fleischer

 

Forum der Übersetzer

Zuzana Finger: Mein verschlungener Weg zum Tschechischen

 

Lyrik

Christine Pitzke: Der Penelopist

Sophia Klink: Horní Planá (Anwurf und Tünche; Schwemmhaken; Um ein Tal zu fluten)

 

Prosa

Elsa Aids: Vorbereitet auf alles

Sophia Klink: Niemandsland

Jan Štifter: Autobahn nach Süden

 

Kunst und Kontext

Hansjürgen Gartner: Friedensreich Hundertwasser

 

Wiedergelesen

Franziska Mayer: Jüdische Stoffsuchergeschichten. Leopold Komperts Sammlung „Aus dem Ghetto“ (1848)

 

Aktuelle Kultur

Martina Schneibergová: Wiederentdeckte Märchenoper. Jaromír Weinbergers „Schwanda“ im Prager Nationaltheater

Martina Schneibergová: Stimmen aus der Vergangenheit. Poesiomaten erinnern an die ehemalige Bevölkerung

 

Würdigungen

Susanne Habel: Zwischen hier und dort. Nachruf auf die Schriftstellerin Erica Pedretti (1930–2022)

Ursula Haas: Erwachend höre ich die Träume sprechen. Johanna Anderka (1933–2022), große Dichterin aus Mähren

Wolfgang Sréter: Es kommt darauf an, die Welt zu entdecken

 

Rezensionen

 

Jahresverzeichnis: 64. Jahrgang 2022

 

Autoren, Mitarbeiter, Bildnachweis

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Má cesta k našim Němcům

Deset českých pohledů

Wolfgang Schwarz (ed.)

Češi říkají sudetským Němcům „naši Němci“. Obě národnostní skupiny dlouho žily v Čechách společně v míru. Nacistický teror, vyhnání a komunistická ideologie toto spolužití násilně ukončily. Komunismus od té doby sudetské Němce paušálně démonizoval coby revanšisty, sudetoněmecká strana se často příliš soustředila na vlastní utrpení. Jaké osobní zkušenosti spojují čeští spisovatelé, umělci a intelektuálové se svými dřívějšími krajany, ale také s Němci obecně? Během přednáškové řady v Mnichově mezi lety 2016 a 2018 vyprávělo deset známých spisovatelek a spisovatelů o svých zážitcích a svém pohledu na toto téma a zabývali se také vyhnáním sudetských Němců po roce 1945.

Publikace je českým překladem německého vydání knihy „Mein Weg zu unseren Deutschen“ z roku 2019.

S příspěvky od Radky Denemarkové, Tomáše Krause, Tomáše Kafky, Jiřího Padevěta, Lídy Rakušanové, Jaroslava Rudiše, Erika Taberyho, Marka Thera, Kateřiny Tučkové a Milana Uhdeho.

Podpořeno Agenturou pro rozvoj Broumovska

Broumov: Agentura pro rozvoj Broumovska2022. 147 stran. ISBN: 978-80-907208-9-3. 8,00 €

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Neues Stifter Jahrbuch

Neue Folge 35|2021

Die besten deutsch- bzw. tschechischsprachigen (germano)bohemistischen Arbeiten der Jahre 2018/19 wurden 2021 in Prag ausgezeichnet. Die Laudationes und zwei Beiträge der Preisträger sind im Jahrbuch nachzulesen: Ivo Habán stellt den sudetenschlesischen Maler Paul Gebauer vor, Neil Stewart zieht erhellende Parallelen zwischen Karel Hlaváček und Franz Kafka. Wie Kafka sich mit dem Jiddischen auseinandersetzte und  dabei über seine eigene jüdische Identität nachdachte, beschreibt Boris Blahak. Und zu der Tagung über studentische Bewegungen, Netzwerke, Avantgarden in Prag finden Sie einen Bericht sowie einen der Vorträge: Marek Vajchr entdeckt die Figur des Prager Studenten schon im 18. Jahrhundert bei dem preußisch-böhmischen Schriftsteller Otto von Graben zum Stein. Der Jahresbericht 2021, Rezensionen und eine Zeitschriftenschau ergänzen die wissenschaftlichen Beiträge.

 

 

Inhalt

Zuzana Jürgens und Franziska Mayer: Aufbruch ins Digitale

Johannes John: Produktive Neugier. Alfred Doppler zum 100. Geburtstag

 

Otokar-Fischer-Preis 2020

Jan Budňák: Laudatio auf Ivo Habán und Anna Habánová für die beste tschechischsprachige germanobohemistische Arbeit der Jahre 2018/19

Alfrun Kliems: Laudatio auf Neil Stewart für die beste deutschsprachige germanobohemistische Arbeit der Jahre 2018/19

Peter Becher: Laudatio auf Jiř  Stromšík. Sonderpreis der Jury

Ivo Habán: Paul Gebauer, ein Moderner im Sog der Heimatkunst

Neil Stewart: Hybridität und Metamorphose. Karel Hlaváček und Franz Kafka

 

Weitere wissenschaftliche Beiträge und Essays

Boris Blahak: Jiddisch hören, jüdisch sprechen. Spracherwerbs- und Spracherinnerungsstrategien bei Franz Kafka und Max Brod

David Smrček: Tagungsbericht: Studentische Bewegungen, Netzwerke, Avantgarden. Das Beispiel Prag in Politik, Literatur, Film und kulturellem Gedächtnis 1848 bis 1990

Marek Vajchr: „Prager Studenten“ und andere böhmische Motive im Werk von Otto von Graben zum Stein

 

Rezensionen

Thomas Krzenck – Lucie Doležalov , Michal Dragoun (Hrsg.): Kříž z Telče (1434–1504). Písař, sběratel, autor [Kříž von Teltsch (1434–1504). Schreiber, Sammler, Autor]

Thomas Krzenck – Kamil Boldan: Počátek českého knihtisku [Die Anfänge des böhmischen Buchdrucks]

Bernd Rill – Pierre Monnet: Karl IV. Der europäische Kaiser

Franz Adam – Adalbert Stifter: Briefe 1859–1862. Hrsg. von Wolfgang Hackl und Wolfgang Wiesmüller

 

Zeitschriftenschau

Aussiger Beiträge. Germanische Schriftenreihe aus Forschung und Lehre

Bohemia. Zeitschrift für Geschichte und Kultur der böhmischen Länder. A Journal of History and Civilisation in East Central Europe

Brücken. Zeitschrift für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft

Germanoslavica. Zeitschrift für germano-slawische Studien

Jahrbuch. Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich

Studia Germanistica. Acta Facultatis Philosophicae Universitatis Ostraviensis

 

Jahresbericht 2021

 

Autoren und Mitarbeiter

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