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Stifter-Stipendiaten seit 2021

Philip Krömer, fotografiert von Julien Fertl
Nikola Hoření

2023

Philip Krömer, geboren 1988 in Amberg, ist Schriftsteller und Kurator von literarischen Veranstaltungen. Seit 2014 veröffentlicht er Erzählungen und Gedichte in Zeitschriften und Anthologien. Sein 2016 im homunculus verlag erschienener Debütroman Ymir oder: Aus der Hirnschale der Himmel avancierte mit einem zweiten Platz beim Bloggerpreis für Literatur zum Liebling der Literaturblogger. 2019 folgte erster Erzählungsband Ein Vogel ist er nicht – Neun Umschreibungen im Verlag Topalian & Milani. Für seine Arbeit wurde Philip Krömer mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt er 2020 »in Anerkennung seiner Leistungen als Schriftsteller und Herausgeber« den Kulturpreis der Stadt Nürnberg. Seine jüngste Veröffentlichung ist der zusammen mit Björn Bischoff verfasste Band ErlangenNOIR – 12 Geschichten über Erlangens düstere Seiten.

Als Kurator verantwortet er u.a. das Lesungsprogramm der Festivals LitLok (2020) und book:ed (seit 2021).

Philip Krömer ist Vater dreier Kinder. Er lebt als freier Schriftsteller in Erlangen.

In Oberplan/Horní Planá will er an seinem neuen Romanprojekt Arkenberg oder: Die Draufgeher arbeiten. Wie er dazu schreibt, „es ist der Versuch des autobiografischen Schreibens ohne formale Einschränkungen. Es ist zugleich die Chronik einer Jugendclique mit Genre-Einsprengseln als auch die ganz persönliche, mit den Mitteln der Literatur gestellte Frage: Warum trafen die Schicksals-schläge nie mich?“

Mit Adalbert Stifter ist er bereits lange „durch private Lektüre verbunden. Mit seiner knappen, bildreichen Sprache war er mir immer auch ein Vorbild des ökonomischen Schreibens. Gerne lese ich zur Einstimmung auf eine Schreibsitzung in seiner Kurzprosa“.

Nikola Hoření, geboren 1989 in Prag, arbeitet seit ihrem Abschluss an der UMPRUM als freiberufliche Illustratorin, ihre Illustrationen werden unter anderem in den Zeitschriften wie Host oder Raketa veröffentlicht. Sie hat eine Reihe von Büchern für die Verlage Meander, Host, Mata, Volvox Globator und Pistorius & Olšanská illustriert. 2015 veröffentlichte sie The School Trip, einen originellen Comic über einen Albtraum, der während eines Kindergartenausflugs real wurde. 2016 erschien im Verlag Take Take Take das Buch Kéž by! (Möge es sein!), das auf dem Prinzip einer einfachen Animation durch das Umblättern von Seiten basiert. Das Buch gewann den zweiten Platz im Wettbewerb Schönstes tschechisches Buch und Nikola wurde als beste Grafikdesignerin unter 30 Jahren ausgezeichnet.

Derzeit arbeitet sie an einem Buch zusammen mit Lukáš Csicsely und an einer Fortsetzung der Leporellos über Gefühle für den Meander-Verlag mit dem Titel Tonča se leká (Tonča erschreckt sich).

 

Die Jury

Die Auswahl der Stipendiatinnen erfolgte auf tschechischer Seite durch die Mobilitätskommission des Tschechischen Literaturzentrums. Die Jury für die bayerische Seite bestand aus Thomas Betz (Münchner Feuilleton), Slata Roschal (Lyrikerin, Literaturwissenschaftlerin und Stifter-Stipendiatin 2021), Patricia Preuß (Literaturhaus Oberpfalz | Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg) und Zuzana Jürgens (Adalbert Stifter Verein).

Jan Němec - Foto David Konečný
Sophia Klink - Foto Lydia Ciesluk

2022

Jan Němec, 1981 in Brünn geboren, ist Prosaiker, Literaturkritiker und Chefredakteur der literarischen Zeitschrift Host. Für seinen auch auf Deutsch veröffentlichten Roman Dějiny světla (2013; d. als Geschichte des Lichts, Osburg Verlag 2019) über den Fotografen František Drtikol erhielte er den Europäischen Literaturpreis. Im Roman Možnosti milostného románu (2019; Möglichkeiten eines Liebesromans) untersucht er entlang seiner gescheiterten Beziehung die Grenzen des autobiographischen Schreibens. Zuletzt erschienen seine Gespräche mit tschechischen Persönlichkeiten über Spiritualität und Lebensveränderungen unter ihrem Einfluss Znamení neznámého (2021; Zeichen des Unbekannten, zusammen mit Petr Vizina). Nicht nur in Tschechien ist er erfolgreicher Autor – seine Bücher wurden bislang in fünfzehn Sprachen übersetzt.

Während des Residenzaufenthalts will er unter anderem an diesem Projekten arbeiten: „Das erste ist ein Erzählungen-Zyklus, der das Geschehen in der Ukraine reflektiert. Es ist meine Art und Weise, mich mit den Kriegsereignissen auseinanderzusetzen. Gleichzeitig stelle ich mit Überraschung fest, dass ein geringer Abstand fürs Schreiben kein Problem darstellt. Es geht mir nicht direkt um Kriegserzählungen, eher um Tatsachen, die der Krieg sichtbar gemacht hat.“

Sophia Klink, geboren 1993 in München, ist Lyrikerin und Prosaautorin. Nach einem Biologie-Studium an der LMU München promoviert sie dort in Ökologischer Mikrobiologie. Für ihr Werk erhielt sie mehrere Stipendien, u. a. das Münchner Literaturstipendium und das Nature Writing Stipendium der Stiftung Kunst & Natur.

In Oberplan/Horní Planá will sie an ihrem neuen Lyrik-Band arbeiten: „Ich könnte mir keinen passenderen Ort für die kommende Arbeit vorstellen als die Böhmische Landschaft mit ihren wilden Wäldern. Mich mit anderen Wortkünstler_innen auszutauschen und mit Adalbert Stifters Texten auseinanderzusetzen, stelle ich mir dabei als den idealen Nährboden vor, um meine Ideen noch weiter reifen zu lassen.“

 

Die Jury

Die Auswahl der Stipendiatinnen erfolgte auf tschechischer Seite durch die Mobilitätskommission des Tschechischen Literaturzentrums. Die Jury für die bayerische Seite bestand aus Slata Roschal (Lyrikerin, Literaturwissenschaftlerin und Stifter-Stipendiatin 2021), Patricia Preuß (Literaturhaus Oberpfalz | Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg) und Zuzana Jürgens (Adalbert Stifter Verein).

2021

Ondřej Hložek (*1986 in Opava/Troppau) ist Dichter und Kinderbuchautor. Er studierte an der Schlesischen Universität tschechische Literatur. Seine Lyrik zeichnet sich durch einen feinfühligen Umgang mit der Sprache aus und behandelt in bestechend schlichten, und dadurch fast demütig-religiös anmutenden Bildern scheinbar alltägliche Begebenheiten, die Kindheit oder die vergangene Mehrsprachigkeit Tschechisch Schlesiens. Ondřej Hložek veröffentlichte in verschiedenen Verlagen zwischen 2011 und 2020 sechs Lyriksammlungen, zuletzt „Trautes Heim“ (d. 2020).

Während des Residenzaufenthaltes möchte O. Hložek an seinen zwei Gedichtbändern Břidličná pole (Schieferfelder) und Země svaté Hedviky (Das Land der heiligen Hedwig), die sich mit der sudetendeutschen Thematik beschäftigen.

Slata Roschal, 1992 in St. Petersburg geboren, studierte Slawistik, Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Greifswald. Im Jahr 2017 gab sie zusammen mit Matthias Friedrich zwei Anthologien der zeitgenössischen Literatur aus dem Ostseeraum heraus. Ihre Texte wurden in zahlreichen Zeitschriften veröffentlicht. 2018 erhielt sie den Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern und 2020 das Arbeitsstipendium des Freistaates Bayern für Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Ihre erste Gedichtsammlung Wir verzichten auf das gelobte Land erschien im Jahr 2019. Demnächst erscheint im hochroth Verlag München ihr zweites Buch Wir tauschen Ansichten und Ängste wie weiche warme Tiere aus.

In ihren literarischen Texten beschäftigt sich die Autorin mit dem Reisen, das für sie eine einzigartige Möglichkeit darstellt, nicht nur andere Orte, sondern auch sich selbst kennenzulernen. Sie spricht auch die Themen Panik, Flucht und Auswanderung an, und widmet sich dem Topos des "gelobten Landes".

 

Die Jury

Die Auswahl der Stipendiatinnen erfolgte auf tschechischer Seite durch die Mobilitätskommission des Tschechischen Literaturzentrums.

Die Jury für die bayerische Seite bestand aus Thomas Betz (Münchner Feuilleton), Verena Nolte (Kulturallmende, München), Holger Pils (Lyrik Kabinett, München) und Zuzana Jürgens (Adalbert Stifter Verein).

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