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Stifter-Stipendium in Oberplan/ Horní Planá (CZ)

Die Stipendiaten des Stifter-Stipendiums 2021 für Lyrikerinnen und Lyriker stehen fest

Eine deutsche Lyrikerin, Slata Roschal, und ein tschechischer Lyriker, Ondřej Hložek, sind die ersten Stifter-Stipendiatinnen, die für einen bayerisch-tschechischen Stipendiumsaufenthalt in Oberplan/Horní Planá ausgewählt worden sind. Das Stipendium umfasst den einmonatigen Residenzaufenthalt (15.9. - 15.10.2021) im Geburtsort Adalbert Stifters in Südböhmen (Oberplan/Horní Planá) und ist mit 1.000 Euro dotiert.

Das Ziel des Stifter-Stipendiums in Oberplan/Horní Planá ist es, den ausgewählten Autorinnen einen Raum für konzentrierte und kreative Arbeit zur Verfügung zu stellen und zwar im Böhmerwald, im Geburtsort Adalbert Stifters, wo die deutsche und tschechische Kultur einander jahrhundertelang durchwirkt haben.

Das Stifter-Stipendium wurde vom Adalbert Stifter Verein in Kooperation mit der Mährischen Landesbibliothek, Sektion Tschechisches Literaturzentrum und der Zweigstelle des Regionalmuseums Český Krumlov/Krumau ausgeschrieben. Der Residenzaufenthalt wird von der Bayerischen Staatskanzlei gefördert.

Ondřej Hložek (*1986 in Opava/Troppau) ist Dichter und Kinderbuchautor. Er studierte an der Schlesischen Universität tschechische Literatur. Seine Lyrik zeichnet sich durch einen feinfühligen Umgang mit der Sprache aus und behandelt in bestechend schlichten, und dadurch fast demütig-religiös anmutenden Bildern scheinbar alltägliche Begebenheiten, die Kindheit oder die vergangene Mehrsprachigkeit Tschechisch Schlesiens. Ondřej Hložek veröffentlichte in verschiedenen Verlagen zwischen 2011 und 2020 sechs Lyriksammlungen, zuletzt „Trautes Heim“ (d. 2020).

Während des Residenzaufenthaltes möchte O. Hložek an seinen zwei Gedichtbändern Břidličná pole (Schieferfelder) und Země svaté Hedviky (Das Land der heiligen Hedwig), die sich mit der sudetendeutschen Thematik beschäftigen.

Slata Roschal, 1992 in St. Petersburg geboren, studierte Slawistik, Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Greifswald. Im Jahr 2017 gab sie zusammen mit Matthias Friedrich zwei Anthologien der zeitgenössischen Literatur aus dem Ostseeraum heraus. Ihre Texte wurden in zahlreichen Zeitschriften veröffentlicht. 2018 erhielt sie den Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern und 2020 das Arbeitsstipendium des Freistaates Bayern für Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Ihre erste Gedichtsammlung Wir verzichten auf das gelobte Land erschien im Jahr 2019. Demnächst erscheint im hochroth Verlag München ihr zweites Buch Wir tauschen Ansichten und Ängste wie weiche warme Tiere aus.

In ihren literarischen Texten beschäftigt sich die Autorin mit dem Reisen, das für sie eine einzigartige Möglichkeit darstellt, nicht nur andere Orte, sondern auch sich selbst kennenzulernen. Sie spricht auch die Themen Panik, Flucht und Auswanderung an, und widmet sich dem Topos des "gelobten Landes".

Die Jury Die Auswahl der Stipendiatinnen erfolgte auf tschechischer Seite durch die Mobilitätskommission des Tschechischen Literaturzentrums.

Die Jury für die bayerische Seite bestand aus Thomas Betz (Münchner Feuilleton), Verena Nolte (Kulturallmende, München), Holger Pils (Lyrik Kabinett, München) und Zuzana Jürgens (Adalbert Stifter Verein).

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